Im Kampf um strategische Rohstoffe zieht Peking die Zügel straffer an. Eine neue Meldepflicht für Exportverstöße sorgt für Nervosität am Markt. Am Dienstag fiel der Fonds um 2,43 Prozent auf 14,15 Euro. Damit setzt sich die Talfahrt der Vortage direkt fort. Auf Wochensicht verlor das Papier rund 6,5 Prozent an Wert.

Neues Meldesystem verschärft Kontrollen

Der Ausverkauf hat einen klaren Auslöser. Das chinesische Handelsministerium setzt seit dem 1. Juli ein neues Kontrollsystem für strategische Mineralien durch. Die Behörden ermutigen nun Unternehmen und Bürger, Verstöße gegen Exportrichtlinien direkt zu melden. Das betrifft nicht nur illegale Ausfuhren. Auch Finanzdienstleister oder Logistiker geraten ins Visier, wenn sie solche Deals unterstützen.

Die Folge: maximale Unsicherheit im Sektor. Wie ernst Peking diese Vorgaben nimmt, zeigt ein Vorfall aus dem Mai. In Dalian nahmen die Behörden zwei japanische Staatsbürger fest. Der Vorwurf lautet auf Schmuggel von seltenen Erden. Juristen werten dies als klares Signal für eine striktere Durchsetzung der Exportregeln.

US-Produzenten im Visier

Die regulatorische Härte trifft die Kernwerte des VanEck-ETFs direkt. Im Juni setzte China zehn US-Unternehmen auf seine eigene Exportkontrollliste. Darunter befinden sich Branchengrößen wie MP Materials und USA Rare Earth.

USA Rare Earth verlor nach der Ankündigung 23 Prozent an Wert. Neben den Exportbeschränkungen drückten eine mögliche Aktienverwässerung und ein Rechtsstreit den Kurs. MP Materials reichte eine Klage wegen des mutmaßlichen Diebstahls von Verarbeitungstechnologie ein.

Auch die Aktie von MP Materials rutschte nach der Sanktionierung um über 13 Prozent ab. Das Handelsministerium wirft dem Unternehmen Verbindungen zum US-Militär vor. Der Bann wirkt indirekt, aber effektiv. Nutzt ein Anlagenbauer chinesische Bauteile, darf er fertige Maschinen oft nicht mehr an MP Materials liefern.

Charttechnik signalisiert Überverkauf

Die jüngste Verkaufswelle hinterlässt Spuren im Chartbild. Mit einem RSI von gut 33 nähert sich der ETF der überverkauften Zone. Der Kurs notiert aktuell knapp 13 Prozent unter seinem 50-Tage-Durchschnitt.

Trotz des aktuellen Rücksetzers steht auf Sicht von zwölf Monaten noch immer ein Plus von rund 110 Prozent. Diese extreme Schwankungsbreite zeigt die enorme Volatilität des Sektors.

Der Fonds bündelt chinesische, australische und nordamerikanische Produzenten. Diese Unternehmen stehen nun zwischen den Fronten eines sich verschärfenden Handelskonflikts. Solange Peking die Ausfuhrkontrollen strikt durchsetzt, diktiert die politische Nachrichtenlage den Kursverlauf des ETFs.