Ein Parlamentsausschuss in Malaysia gibt der eigenen Regierung zwei Wochen Zeit. Sie soll klären, wie sie zu Lynas Rare Earths‘ Rüstungsdeal mit dem US-Verteidigungsministerium steht. Diese Frist reicht aus, um den VanEck Seltene Erden ETF in eine der schärfsten Korrekturen seiner Geschichte zu schicken.
Der Fonds schloss am Freitag bei 12,22 Euro, ein Minus von 3,29 Prozent an diesem Tag allein. Über die vergangenen 30 Tage hat sich ein Verlust von 26,44 Prozent aufgebaut. Das reicht, um die Jahresperformance ins Minus zu drücken, trotz eines Kursniveaus, das noch immer fast 50 Prozent über dem Tief vom Juli 2025 liegt.
Zwei-Wochen-Frist für Putrajaya
Im Zentrum steht ein Vertrag über 96 Millionen US-Dollar zwischen Lynas und dem Pentagon. Der von Abgeordnetem Wong Chen geleitete Ausschuss hat seine Anhörungen zu diesem Deal abgeschlossen. Die Forderung: Malaysias Regierung muss innerhalb von zwei Wochen eine offizielle Position beziehen.
Der Ausschuss bleibt nicht bei einer bloßen Prüfung stehen. Er empfiehlt vier Ministerien, darunter das Außenministerium, sich rechtliche Beratung bei der Generalstaatsanwaltschaft einzuholen. Ziel ist es, Malaysias Interessen im Rahmen des Abkommens zu sichern. Zusätzlich fordert der Ausschuss ein klareres Rahmenwerk für ausländische Investitionen, ebenfalls innerhalb der Zwei-Wochen-Frist.
Der politische Streitpunkt reicht tiefer als reine Handelsfragen. Die Abgeordneten prüfen, ob der US-Vertrag Malaysias außenpolitische Haltung berührt, insbesondere die Unterstützung der palästinensischen Sache. Genau diese Vermischung aus geopolitischer Symbolik und Rohstoffgeschäft sorgt für Nervosität unter Investoren, die stark auf Lynas als westlichen Schlüsselanbieter für Seltene Erden setzen.
Die Lynas-Aktie selbst reagierte bislang moderat. Sie fiel am Freitag in Sydney um 2,2 Prozent auf 15,89 australische Dollar, was einer Marktbewertung von rund 11,2 Milliarden US-Dollar entspricht. Bemerkenswert: Das Unternehmen expandiert trotz der politischen Prüfung weiter. Erst am 7. Juli kündigte Lynas eine Investition von rund 35 Millionen US-Dollar in eine Magnetfabrik nahe seines Standorts Kuantan an, gemeinsam mit dem südkoreanischen Partner JS Link. Die Anlage soll jährlich 3.000 Tonnen Magnete aus Neodym, Eisen und Bor produzieren.
MP Materials: Analysten kürzen Kursziele vor Quartalszahlen
Auch beim zweiten Schwergewicht der Branche, MP Materials, wird nachjustiert. Barclays senkte sein Kursziel am 13. Juli von 69 auf 65 Dollar, behält aber die positive Einstufung „Overweight“ bei. Deutsche Bank zog nach und kürzte ihr Ziel von 70 auf 61 Dollar, ebenfalls mit einer weiterhin bullishen „Buy“-Empfehlung vor den anstehenden Quartalszahlen.
Die Kürzungen kommen nicht aus dem Nichts. MP Materials verlor in den vergangenen drei Monaten 18,9 Prozent, während die gesamte Branche im gleichen Zeitraum nur 9,6 Prozent nachgab. Der Rückgang trifft damit MP deutlich härter als den Sektor im Schnitt.
Chart tief im überverkauften Bereich
Technisch betrachtet ist der VanEck Seltene Erden ETF stark überverkauft. Der 14-Tage-RSI liegt bei 24,4 und signalisiert eine mögliche Übertreibung nach unten. Der Fonds notiert 21,43 Prozent unter seinem 50-Tage-Durchschnitt und bleibt fast 35 Prozent unter seinem Jahreshoch von 18,76 Euro, erreicht am 11. Mai.
Die Korrektur beschränkt sich nicht auf Lynas und MP Materials. Der REMX-ETF legte in den vergangenen zwölf Monaten über 91 Prozent zu, ist aber seit Mai in einen scharfen Ausverkauf gerutscht und notiert inzwischen in der Mitte seiner Jahresspanne. Der Global X Rare Earth & Critical Materials ETF zeigt ein ähnliches Bild: ein Plus von über 60 Prozent binnen zwölf Monaten, gefolgt von einem Abwärtstrend seit Mitte Mai.
Zwei Termine dürften die kommende Handelswoche prägen. Malaysias offizielle Position zu Lynas soll rund zwei Wochen nach der Ausschusssitzung vom 17. Juli vorliegen. Parallel stehen die Quartalszahlen von MP Materials noch aus. Beide Ereignisse könnten zeigen, ob der überverkaufte Chart tatsächlich eine Wende markiert oder nur eine Verschnaufpause in einer tiefer greifenden Korrektur.
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