Ein globaler Zollstreit landet vor Gericht. Die Weltbörsen zucken kaum. Der Vanguard FTSE All-World UCITS ETF USD Accumulation zeigt genau diese Gelassenheit: Er notiert nur 0,34 Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch von 169,00 Euro.

Am Montag schloss der Fonds bei 168,42 Euro, ein minimales Minus von 0,04 Prozent. Auslöser der Nervosität war eine neue Runde von Handelszöllen der US-Regierung gegen 60 Länder. Mindestens 25 US-Bundesstaaten haben bereits Klagen eingereicht, um die Maßnahmen zu blockieren.

Anleger setzen auf die Gerichte

Der marktbreite Referenzindex S&P 500 legte trotz der Zollankündigung rund 5 Prozent zu. Investoren scheinen auf eine juristische Kippung zu setzen, ähnlich wie bei früheren Handelsbeschränkungen, die der Supreme Court kassiert hatte. Diese Wette auf die Gerichte hält den Fonds nahe seinem Rekordniveau.

Der ETF bildet die globale Aktienwelt breit ab. Entsprechend hängt seine Entwicklung stark von den großen US-Technologiewerten ab. Nvidia macht mit 4,45 Prozent die größte Einzelposition aus, gefolgt von Apple mit 3,98 Prozent und Microsoft mit 2,64 Prozent.

Am Montag liefen die Schwergewichte in unterschiedliche Richtungen. Nvidia verlor 1,6 Prozent auf 220,30 Dollar. Microsoft gewann dagegen 2,6 Prozent auf 513,13 Dollar. Diese Streuung innerhalb der Tech-Positionen dürfte mit dazu beigetragen haben, dass der Fonds im laufenden Jahr bereits 15,86 Prozent zugelegt hat.

Vanguard baut das eigene Angebot aus

Während der Flaggschiff-Fonds nahe am Rekord steht, bereitet Vanguard in Europa gleich neun neue Aktienstrategien vor. Darunter ein FTSE Global All-Cap UCITS ETF, der gezielt Lücken bei kleinen und mittleren Unternehmen schließen soll.

Der neue Konkurrent aus dem eigenen Haus wird mit einer Gesamtkostenquote von 0,07 Prozent kommen. Das ist halb so teuer wie die 0,14 Prozent, die der FTSE All-World derzeit kostet. Ende 2025 verwaltete Vanguard in Europa rund 232 Milliarden Dollar an ETF-Vermögen und hält damit einen Marktanteil von 7,2 Prozent, den der Konzern gegen Konkurrenten wie BlackRock verteidigen will.

Mit einem verwalteten Vermögen von etwa 79,55 Milliarden Dollar bleibt der FTSE All-World das dominierende Vehikel für globale Aktienexposure in Europa. Die güns­tigere Hausmarke könnte diese Position in den kommenden Jahren allerdings herausfordern – vor allem bei Anlegern, für die schon kleine Gebührenunterschiede über Jahrzehnte ins Gewicht fallen.