Während sich der Wettbewerb unter globalen Aktien-ETFs verschärft, bleibt der Vanguard FTSE All-World UCITS ETF USD Accumulation der Wachstumsspitzenreiter seiner Klasse in Europa.

Nach Fondsangaben von Vanguard flossen dem Papier seit Jahresbeginn mehr als 16 Milliarden US-Dollar an frischem Kapital zu – ein Tempo, das den Fonds laut Vanguard zum am schnellsten wachsenden global anlegenden UCITS-ETF für europäische Anleger macht. Zum 30. Juni verwaltete der Gesamtfonds 75,683 Milliarden US-Dollar, die betrachtete Anteilsklasse allein kam auf 49,826 Milliarden US-Dollar.

Neue Rivalen drängen in den Markt

Der Erfolg zieht Nachahmer an. BlackRock und DWS haben in den vergangenen Monaten eigene Produkte lanciert, die den FTSE All-World Index nachbilden und mit einer Gesamtkostenquote von 0,12 Prozent auf den Markt kamen. Auch der SPDR MSCI All-Country World UCITS ETF von State Street mischt mit 0,12 Prozent Kosten und einem verwalteten Vermögen von 18,6 Milliarden US-Dollar im Segment mit.

Vanguard hatte seine eigene Gebühr bereits vor rund zwei Wochen von 0,19 auf 0,14 Prozent gesenkt – seither hat der Kurs rund 1,7 Prozent verloren, was angesichts der insgesamt volatilen Marktlage keine unmittelbare Reaktion auf die Kostensenkung war.

Trotz des im Vergleich zu den neuen Konkurrenzprodukten weiterhin höheren Kostensatzes hält Vanguard damit an der Spitze des Zuflussrankings fest, gestützt auf jahrelange Marktpräsenz und die schiere Größe des Fonds.

Diese Diskrepanz zwischen Kostenniveau und Mittelzufluss deutet darauf hin, dass für viele Anleger andere Faktoren als der letzte Basispunkt an Gebühren den Ausschlag geben – etwa Liquidität, Handelsvolumen und die lange Historie des Produkts.

Vanguard selbst verweist darauf, dass die kumulierten Einsparungen für Investoren über die gesamte europäische UCITS-Palette hinweg in den vergangenen 24 Monaten bereits 80 Millionen US-Dollar überschritten haben, die durchschnittliche gewichtete Kostenquote über das Aktien- und Anleihen-ETF-Angebot liegt inzwischen bei 0,11 Prozent.

Breite Streuung als Stabilitätsanker

Die Zusammensetzung des Portfolios erklärt einen Teil der Attraktivität: Mit 3.782 Einzelpositionen bietet der Fonds eine außergewöhnlich breite Streuung. Die zehn größten Positionen machen zusammen 24,6 Prozent des Nettovermögens aus, angeführt von Nvidia mit 4,5 Prozent, gefolgt von Apple mit 4,3 Prozent und Alphabet mit 3,6 Prozent.

Diese Konzentration auf US-Technologiewerte an der Spitze bringt Chancen und Risiken zugleich mit sich, verwässert sich aber durch die große Zahl weiterer Positionen im Fonds insgesamt deutlich.

Auf Kursebene zeigt sich der ETF zuletzt in einer Konsolidierungsphase. Der Schlusskurs vom Freitag lag bei 166,22 Euro, nachdem das Papier Mitte August mit 170,24 Euro ein 52-Wochen-Hoch erreicht hatte – aktuell notiert der Kurs damit 2,4 Prozent darunter.

Auf Jahressicht steht dennoch ein Plus von 14 Prozent zu Buche, über zwölf Monate summiert sich der Anstieg auf 23 Prozent. Die annualisierte Volatilität der vergangenen 30 Handelstage liegt bei moderaten 12 Prozent, was für einen breit diversifizierten Welt-ETF ein typisches Niveau darstellt.

Für Anleger bleibt die Kernfrage, ob der Kostenvorteil der neuen Konkurrenzprodukte künftig stärker ins Gewicht fällt. Solange die Zuflüsse jedoch in diesem Tempo anhalten, spricht wenig dafür, dass Vanguard seine Marktführerschaft kurzfristig einbüßt.