Der Vanguard FTSE All-World UCITS ETF verzeichnet weiterhin außergewöhnliche Mittelzuflüsse. Für die Woche zum 21. August meldete die ausschüttende Fondsvariante mit dem Kürzel VWCE einen Nettozufluss von 863,3 Millionen Euro – der größte Zufluss unter allen globalen Aktien-ETFs in diesem Zeitraum.
Bereits im Juli hatte die thesaurierende Anteilsklasse mit dem Kürzel VWRD LN mit 3,79 Milliarden Dollar den größten Einzelzufluss unter sämtlichen europäischen ETFs des Monats verbucht.
Diese Zuflusswelle fällt in eine Phase, in der der Fonds an der Börse spürbar zulegt. Das Papier notiert aktuell bei 167,14 Euro und liegt damit nur noch 1,8 Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch von 170,24 Euro.
Gegenüber dem 200-Tage-Durchschnitt von 154,22 Euro beträgt der Abstand 8,4 Prozent – ein Zeichen für den robusten mittelfristigen Aufwärtstrend, der die Anlegernachfrage offenbar zusätzlich befeuert.
Indexanpassungen als laufender Prozess
Parallel zu den Kapitalströmen arbeitet FTSE Russell weiter an der Feinjustierung des zugrunde liegenden FTSE All-World Index. Der Indexanbieter passte das Investability-Gewicht von Lenskart Solutions aus Indien an – die Änderung greift zum Handelsstart am 28. August. Zuvor hatte FTSE Russell bereits Indexänderungen infolge der abgeschlossenen Fusion von Charter Communications und Liberty Broadband umgesetzt.
Diese Anpassungen sind für Anleger im Fonds keine Randnotiz, sondern Teil des laufenden Rebalancing, das die breite Streuung über mehr als 3.000 Titel aufrechterhält. Der für den 21. September angesetzte Aufstieg Vietnams von der Frontier- in die Secondary-Emerging-Market-Kategorie bleibt als Termin unverändert bestehen und wird die Indexzusammensetzung um sechs vietnamesische Werte erweitern.
Wettbewerbsdruck durch neue Produkte
Der Zufluss-Rekord kommt zu einem Zeitpunkt, an dem sich das Wettbewerbsumfeld verschärft. Vor gut einer Woche hatte Vanguard mit dem FTSE Global All-Cap UCITS ETF ein neues Produkt mit einer Verwaltungsgebühr von 0,07 Prozent aufgelegt, das eine direkte Konkurrenz zum FTSE All-World darstellt.
Gleichzeitig weitete der Anbieter sein UCITS-Angebot aus und listete den Global All-Cap, den Global Small-Cap sowie den FTSE All-World ex-US ETF an mehreren europäischen Börsen, darunter die Londoner Börse, die Deutsche Börse, Euronext Amsterdam, die Borsa Italiana und die SIX Swiss Exchange.
Dass der etablierte All-World-Fonds trotz dieser neuen Alternativen weiterhin die größten Zuflüsse in seiner Kategorie einsammelt, deutet auf eine gewisse Trägheit im Anlegerverhalten hin – oder schlicht auf Vertrauen in ein bewährtes, breit diversifiziertes Produkt.
Die vor rund zwei Wochen umgesetzte Senkung der Gesamtkostenquote auf 0,14 Prozent dürfte zusätzlich dazu beigetragen haben, den Fonds gegenüber neuen Billigangeboten konkurrenzfähig zu halten.
Automatisierte Kennzahlenanalysen bescheinigen dem Fonds unterdessen ein überdurchschnittliches Verhältnis von Rendite zu Abwärtsrisiko über die vergangenen zwölf Monate. Für Anleger bleibt die Kombination aus niedrigen Kosten, breiter Diversifikation und ungebrochener Nachfrage der zentrale Treiber der Fondsentwicklung.
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