Vanguard hat am Dienstag mit einem Tageszufluss von 10,68 Milliarden US-Dollar über alle ETF-Produkte hinweg sämtliche Anbieter weltweit übertroffen. Seit Jahresbeginn summieren sich die Zuflüsse des Hauses damit auf rund 360 Milliarden US-Dollar. Für den Vanguard FTSE All-World UCITS ETF, den größten global anlegenden Fonds seiner Kategorie, unterstreicht das die Anlegernachfrage in einer ohnehin lebhaften Marktphase.
Für die Woche bis zum 21. August meldete der Datenanbieter Trackinsight ein noch deutlicheres Bild: Vanguard führte mit 12,82 Milliarden US-Dollar an Nettozuflüssen die Rangliste aller Emittenten an, während die gesamte Kategorie global anlegender Aktien-ETFs im selben Zeitraum nur 1,90 Milliarden US-Dollar einsammelte. Der Löwenanteil der Nachfrage nach breit gestreuten Weltaktienprodukten konzentriert sich damit derzeit auf einen einzigen Anbieter.
Index-Umbau bringt Vietnam ins Portfolio
Parallel zu den Kapitalflüssen steht dem Fonds eine strukturelle Veränderung bevor. FTSE Russell hat im Rahmen der halbjährlichen Indexüberprüfung die Aufnahme von sechs vietnamesischen Werten in den FTSE All-World Index bestätigt: Vietcombank, Vingroup, Vinhomes, BIDV, VPBank und Hoa Phat Group.
Die Aufnahme erfolgt gestaffelt in vier Schritten und beginnt am 21. September. Da der Vanguard-Fonds diesen Index eins zu eins nachbildet, verändert sich damit auch die geografische Streuung des Portfolios schrittweise in Richtung Südostasien.
Ergänzend dazu nahm FTSE Russell zuletzt auch kleinere Gewichtungsanpassungen vor: Für die indische Billionbrains Garage Ventures greift ab dem 1. September eine veränderte Investierbarkeits-Gewichtung, und für Lenskart Solutions aus Indien war bereits eine entsprechende Anpassung zum heutigen Freitag nach einer Sekundärplatzierung wirksam geworden.
Solche laufenden Feinjustierungen gehören zum normalen Betrieb eines marktkapitalisierungsgewichteten Weltindex und betreffen jeweils nur einen kleinen Teil des Gesamtportfolios.
Kursbild bleibt robust
Der Kurs des ETFs notiert aktuell bei 168,24 Euro und liegt damit 1,2 Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch von 170,24 Euro, das am 13. August erreicht wurde.
Gegenüber dem Tief der vergangenen zwölf Monate bei 134,22 Euro beträgt der Abstand 25 Prozent. Auf Jahressicht steht seit Jahresbeginn ein Plus von 16 Prozent, über zwölf Monate von 23 Prozent zu Buche – ein Kursverlauf, der die anhaltend hohen Mittelzuflüsse widerspiegelt.
Die Kombination aus struktureller Indexerweiterung und ungebrochener Nachfrage zeichnet ein Bild eines Produkts, das trotz zunehmender Konkurrenz durch günstigere Vanguard-Geschwisterprodukte seine Position als bevorzugtes Vehikel für breit gestreute Weltaktienanlagen behauptet. Die anstehende Aufnahme vietnamesischer Titel dürfte diese Diversifikation im September weiter vertiefen, ohne dass Anleger selbst aktiv werden müssen.
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