Der Indexfonds feiert heute seinen 50. Geburtstag. Vanguard legte am 31. August 1976 den ersten Indexfonds auf den S&P 500 auf – eine Idee, die damals belächelt wurde und heute die Fondsbranche dominiert.

Der Vanguard FTSE All-World UCITS ETF, der breit gestreut in Aktien aus Industrie- und Schwellenländern investiert, steht in dieser Tradition und zeigt am Jubiläumstag, wie tief das passive Prinzip inzwischen in den Depots der Anleger verankert ist.

Indexfonds halten inzwischen 54 Prozent des US-Fondsvermögens, umgerechnet 21,9 Billionen Dollar gegenüber 18,8 Billionen Dollar in aktiv gemanagten Produkten. Über einen Zeitraum von 15 Jahren schaffen es nur zehn Prozent der aktiven Large-Cap-Fonds, den S&P 500 zu schlagen.

Diese Zahlen, die Vanguards eigene Erfolgsgeschichte untermauern, erklären auch, warum ein breit diversifizierter Welt-ETF wie der FTSE All-World bei Anlegern über Jahre hinweg stetigen Zuspruch findet.

Konsolidierung als nächstes Kapitel

Eric Balchunas von Bloomberg Intelligence erwartet für die Branche eine deutliche Konsolidierungswelle: Von derzeit rund 750 Fondsgesellschaften soll sich die Zahl halbieren, während am Ende nur drei bis vier Anbieter etwa 70 Prozent der verwalteten Vermögen kontrollieren.

Vanguard zählt zu den aussichtsreichsten Kandidaten für diese Führungsrolle – nicht nur wegen seiner historischen Pionierstellung, sondern auch wegen aktueller strategischer Schritte.

So übernahm Vanguard nach Angaben des Wall Street Journal für rund 4 Milliarden Dollar den Vermögensverwalter Altruist aus Culver City, der eigenständig weitergeführt werden soll. Vanguard-CEO Salim Ramji sieht darin Chancen im Geschäft mit unabhängigen Vermögensverwaltern (RIAs).

Nach Einschätzung von Marktbeobachtern könnte der Deal zugleich als Warnschuss für die Gebührenstruktur der Branche wirken: Altruist-Chef Jason Wenk betonte, sein Unternehmen verlange von Asset Managern keine Plattformgebühren – ein Kontrast zu Konkurrenten wie Fidelity, die 15 Prozent Umsatzbeteiligung fordern, oder Schwab, das Gebühren wieder einführt. Analysten rechnen mit zunehmendem Druck auf die Kostenstrukturen im gesamten Sektor, von dem am Ende auch ETF-Anleger profitieren könnten.

Kursbild bleibt robust

Der Vanguard FTSE All-World notiert aktuell bei 167,46 Euro und damit knapp unter dem Freitagsschluss von 167,80 Euro. Auf Jahressicht steht ein Plus von 15 Prozent zu Buche, über zwölf Monate summiert sich der Zuwachs auf 23 Prozent.

Vom 52-Wochen-Hoch bei 170,24 Euro, erreicht am 13. August, trennt den ETF derzeit nur eine Distanz von 1,6 Prozent – ein Zeichen dafür, dass die zugrunde liegenden globalen Aktienmärkte trotz einzelner Rücksetzer in robuster Verfassung bleiben.

Die Kombination aus historischer Bedeutung und aktueller Marktstärke macht den Jubiläumstag zu einer Gelegenheit, das Grundprinzip zu würdigen, das dem Fonds zugrunde liegt: breite Streuung zu niedrigen Kosten, ohne den Versuch, den Markt zu timen.

Fünf Jahrzehnte nach der ersten Indexfonds-Auflage bleibt dieses Prinzip für viele Anleger die bevorzugte Strategie – und Vanguard selbst treibt mit Zukäufen wie Altruist die Weiterentwicklung seines Ökosystems voran, während der Wettbewerb um niedrigere Gebühren und einfachere Zugänge weitergeht.