Der Vanguard FTSE All-World UCITS ETF startet die Woche mit einer kleinen Verschnaufpause. Zum Wochenauftakt notiert das Papier bei 163,84 Euro, ein Minus von 0,02 Prozent. Der Auslöser liegt in Asien: Japan und China haben am Montagmorgen Konjunkturdaten vorgelegt, die hinter den Erwartungen zurückblieben.

Japans Wachstum verfehlt Prognosen

Japans Wirtschaft wuchs im zweiten Quartal aufs Jahr hochgerechnet um 1,1 Prozent. Das ist das dritte Plus in Folge, aber deutlich weniger als die von Analysten erwarteten 1,67 Prozent. Auf Quartalssicht legte die viertgrößte Volkswirtschaft der Welt um 0,3 Prozent zu, auch das unter der Prognose von 0,5 Prozent.

Getragen wurde das Wachstum vom Export. Die weltweite Nachfrage nach japanischen Halbleitern und Autos blieb robust. Im Inland sieht es schwächer aus: Der private Konsum stagnierte, die Unternehmensinvestitionen sanken um 1,2 Prozent. Hohe Energiekosten und anhaltende Inflation drücken offenbar weiter auf die Kauflaune der japanischen Haushalte. Trotz der verfehlten Prognose legte der Nikkei 225 am Montag um 0,7 Prozent zu — Anleger konzentrierten sich auf die starke Exportseite.

China enttäuscht bei Industrie und Konsum

Aus China kommen ähnlich gemischte Signale. Die Industrieproduktion wuchs im Juli nur um 4,5 Prozent im Jahresvergleich, nach 5,3 Prozent im Juni und unter der erwarteten Marke von 4,8 Prozent. Taifune in wichtigen Fertigungsregionen dürften die Produktion zusätzlich belastet haben.

Auch der Konsum kühlt ab. Die Einzelhandelsumsätze legten im Juli lediglich um 0,6 Prozent zu, erwartet worden waren 1,5 Prozent. Die Anlageinvestitionen schrumpften in den ersten sieben Monaten des Jahres um 6,7 Prozent — ein deutliches Zeichen für die anhaltende Krise am Immobilienmarkt und die schwache Binnennachfrage. Die Zahlen befeuern Forderungen nach weiteren Konjunkturhilfen aus Peking.

Charttechnik bleibt intakt

Trotz der schwachen Asien-Daten zeigt sich der ETF technisch robust. Seit Jahresbeginn steht ein Plus von 15 Prozent zu Buche, auf Sicht von zwölf Monaten sind es 23 Prozent. Erst am 13. August hatte das Papier mit 164,92 Euro ein neues 52-Wochen-Hoch markiert — die aktuelle Notierung liegt nur 0,7 Prozent darunter.

Der Relative-Stärke-Index steht bei 61,4. Das signalisiert trotz der starken Kursgewinne noch keine überkaufte Lage. Die annualisierte Volatilität der vergangenen 30 Handelstage liegt bei 12 Prozent — ein vergleichsweise ruhiges Umfeld, gerade angesichts der schwankenden Konjunkturdaten aus Fernost.

Der Rücksetzer vom Rekordhoch bleibt bislang minimal. Ob die schwächelnden Daten aus Japan und China in den kommenden Wochen stärker auf die globalen Aktienmärkte durchschlagen, hängt auch davon ab, ob Peking mit neuen Stimulusmaßnahmen reagiert.