Kühlende Inflationsdaten aus den USA haben dem Vanguard FTSE All-World UCITS ETF in dieser Woche zu einem neuen Rekordhoch verholfen. Am Freitag bröckelte der Kurs zwar leicht ab. Der Fonds bleibt aber nur einen Steinwurf von seiner Bestmarke entfernt.

Der Verbraucherpreisindex in den USA fiel im Juli auf 3,4 Prozent. Die Kernrate ohne Energie und Lebensmittel sank von 2,6 auf 2,5 Prozent. Für die globalen Aktienmärkte war das ein klares Signal: Die Sorge vor dauerhaft hohen Zinsen lässt nach.

Parallel dazu meldete Großbritannien überraschend robuste Wachstumszahlen. Das Bruttoinlandsprodukt legte im zweiten Quartal 2026 um 0,4 Prozent zu, getrieben von einem starken Juni mit 0,3 Prozent Wachstum. Das Statistikamt ONS führt einen Teil davon auf höhere Konsumausgaben während der Fußball-Weltmeisterschaft zurück. Diese Zahlen wirkten wie ein Gegengewicht zu den geopolitischen Spannungen am Golf, die weiterhin auf den Energiepreisen lasten.

Breite Streuung als Stabilitätsanker

Der Fonds bildet rund 4.200 große und mittelgroße Unternehmen aus mehr als 45 Ländern ab. US-Techkonzerne wie Nvidia, Apple und Microsoft bleiben die wichtigsten Kurstreiber. Diese Woche lieferten aber auch Japan und Taiwan spürbare Beiträge, beide profitierten von anhaltender Stärke im Halbleitersektor.

In Großbritannien zeigte sich eine bemerkenswerte Diskrepanz. Trotz der positiven Wachstumsdaten fiel der FTSE 100 im Wochenverlauf um 1,14 Prozent. Grund dafür sind steigende Inflationserwartungen: Die Bank of England rechnet nun mit einer Teuerung von 3,2 Prozent zum Jahresende. Der britische Markt macht nur einen kleinen Teil des Gesamtportfolios aus, das Beispiel zeigt aber, wie unterschiedlich einzelne Regionen auf dieselben Makrodaten reagieren können.

Rekordnähe trotz Gegenwind

Der Fonds schloss die Woche bei 169,30 Euro und liegt damit nur 0,6 Prozent unter seinem am Donnerstag markierten 52-Wochen-Hoch. Seit Jahresbeginn steht ein Plus von 16 Prozent zu Buche. Diese Zahl unterstreicht, wie stabil der breit gestreute Aufwärtstrend trotz einzelner Rückschläge bislang verlaufen ist.

Die annualisierte Volatilität der vergangenen 30 Handelstage liegt bei 12 Prozent. Ein vergleichsweise ruhiger Wert, der auf kontinuierliche Zuflüsse globaler Investoren hindeutet statt auf nervöses Hin und Her. Die geopolitische Unsicherheit am Golf und die divergierenden Notenbank-Erwartungen zwischen den USA und Großbritannien bleiben die Themen, die den Kurs in den kommenden Wochen bewegen dürften.