Der Vanguard FTSE All-World UCITS ETF USD Accumulation (ISIN IE00BK5BQT80) hat sich laut Daten von LSEG Lipper über das bisherige Jahr zum europaweit meistgekauften ETF entwickelt. Bis zum 30. September summierten sich die geschätzten Nettozuflüsse auf 23,0 Milliarden Euro – ein Spitzenwert, der keinen anderen börsengehandelten Fonds in Europa erreicht.

Anleger kaufen trotz Turbulenzen nach

Auch im September allein blieb der Fonds nach Berechnungen von LSEG Lipper mit geschätzten 2,7 Milliarden Euro Nettozufluss die Nummer eins unter den europäischen ETFs. Das belegt: Die breite Streuung über Industrie- und Schwellenländer bleibt für viele Privatanleger die erste Wahl, selbst wenn die Märkte zeitweise kräftig schwanken.

Genau solche Schwankungen prägen derzeit das Umfeld. Ein überraschend heißer US-Inflationsbericht hatte in den vergangenen Tagen Zinssorgen neu entfacht und technologielastige Indizes weltweit unter Druck gesetzt. Der ETF, der die Entwicklung tausender Aktien aus aller Welt abbildet, blieb von dieser Marktbewegung nicht verschont.

Kurs gibt nach, Zuflüsse halten an

Der Fonds notiert aktuell bei 170,18 Euro und verliert am heutigen Donnerstag 0,9 Prozent. Vom 52-Wochen-Hoch, das er am 7. Oktober erreicht hatte, liegt er nun 2,2 Prozent entfernt. Die jüngste Delle ändert jedoch wenig am übergeordneten Bild: Gemessen am Jahresbeginn steht ein Plus von 17 Prozent zu Buche.

Dass die Mittelzuflüsse trotz der Marktturbulenzen nicht abreißen, unterstreicht ein Muster, das sich bei breit gestreuten Welt-ETFs seit Monaten zeigt. Kurzfristige Rücksetzer scheinen viele Sparer eher zum Nachkauf als zum Ausstieg zu bewegen.

Für einen thesaurierenden Fonds wie diesen, der Erträge automatisch reinvestiert statt auszuschütten, passt das zur langfristig angelegten Anlagestrategie vieler Nutzer – meist im Rahmen von Sparplänen, die unabhängig von Tagesschwankungen laufen.

Die Kombination aus anhaltend hoher Nachfrage und einem intakten Aufwärtstrend über die vergangenen zwölf Monate dürfte den Status des Fonds als bevorzugtes Basisinvestment vieler europäischer Anleger vorerst festigen, auch wenn kurzfristige Rückschläge wie der aktuelle die Kursentwicklung belasten.