Während die globalen Aktienmärkte wegen der Unsicherheit über den Ausgang der US-Zwischenwahlen und der Sorgen um KI-Investitionen ins Wanken gerieten, griffen Privatanleger in Europa weiter gezielt zum Vanguard FTSE All-World UCITS ETF USD Accumulation.
In der letzten Oktoberwoche überwogen bei europäischen Index-ETFs die Kaufaufträge gegenüber den Verkäufen deutlich, wie die Deutsche Börse berichtete. Frank Mohr von Société Générale nannte den Fonds dabei ausdrücklich als einen der gefragtesten Titel.
Auch bei Fidelity International bestätigte sich der Trend: Dort rangierte der ETF im Oktober unter den Kunden als zweitbeliebtester Fonds. Interactive Investor meldete für die britische Anteilsklasse VWRP ebenfalls Platz zwei unter den meistgekauften ETFs des Monats.
Beide Angaben spiegeln die Kaufaktivität auf den jeweiligen Plattformen wider, nicht die tatsächlichen Nettomittelzuflüsse auf Fondsebene – dennoch zeichnen sie ein konsistentes Bild einer robusten Nachfrage, gerade in einer Phase erhöhter Marktnervosität.
Turbulentes Marktumfeld als Hintergrund
Der Oktober war von einer scharfen Rotation weg von KI-nahen Technologiewerten hin zu Substanz- und defensiven Titeln geprägt. Der MSCI World Index gab in diesem Zeitraum um 0,8 Prozent in US-Dollar nach, wie Janus Henderson berichtete.
Besonders hart traf es technologielastige Indizes: Der Nasdaq Composite verlor im Oktober 5,3 Prozent, der Philadelphia Semiconductor Index sogar 15,3 Prozent. Auch asiatische und Schwellenländer-Aktien gerieten unter Druck – der MSCI AC Asia Pacific ex Japan Index fiel um 6,9 Prozent, der MSCI Emerging Markets Index um 8,0 Prozent, jeweils in US-Dollar.
Anfang November setzte sich die Verunsicherung fort. Reuters berichtete von einer Ausweitung des KI-bezogenen Technologie-Ausverkaufs über mehrere Märkte hinweg, nachdem das Ergebnis der US-Zwischenwahlen feststand.
Im Fokus standen dabei Bedenken über mögliche strengere Regulierung, die die Entwicklung künstlicher Intelligenz bremsen könnte, sowie Zweifel an der Finanzierung der milliardenschweren KI-Infrastruktur.
Besonders der chip-lastige südkoreanische Markt geriet unter Druck. Am Freitag zeigte sich an der Wall Street dann relative Stabilität, die den weltweiten Ausverkauf vorerst stoppte und KI-Aktien teilweise wieder zulegen ließ.
Breite Streuung dämpft die Ausschläge
Für den Vanguard FTSE All-World ETF, der weltweit über 3.000 Aktien aus Industrie- und Schwellenländern abbildet, wirkt sich dieses Umfeld gedämpfter aus als bei reinen Technologie- oder Asien-Indizes.
Zum Freitagsschluss notierte der Fonds bei 164,80 Euro, ein Plus von 0,6 Prozent gegenüber dem Vortag. Auf Wochensicht steht dennoch ein Rückgang von 2,3 Prozent zu Buche, über 30 Tage summiert sich das Minus auf 4,8 Prozent – ein Abbild der schwierigen Marktphase seit Ende Oktober.
Der breite Risikostreuungseffekt zeigt sich jedoch im längerfristigen Vergleich: Seit Jahresbeginn liegt der ETF weiterhin mit 13 Prozent im Plus, auf Zwölfmonatssicht mit 15 Prozent.
Vom 52-Wochen-Hoch bei 174,00 Euro, erreicht am 7. Oktober, trennen den Fonds aktuell 5,3 Prozent. Dass trotz der jüngsten Kursschwäche die Nachfrage von Privatanlegern ungebrochen hoch blieb, unterstreicht, wie der breit gestreute Ansatz des Fonds gerade in volatilen Phasen als Stabilitätsanker wahrgenommen wird.
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