Während an den globalen Börsen die Nervosität wegen steigender Ölpreise zunimmt, ziehen Anleger weiter kräftig Kapital in den Vanguard FTSE All-World UCITS ETF USD Accumulation (ISIN IE00BK5BQT80). Innerhalb einer Woche flossen dem Fonds 653 Millionen Euro zu, wie Trackinsight mit Datenstand vom 19. Oktober berichtete. Seit Jahresbeginn summieren sich die Zuflüsse damit auf 22,54 Milliarden Euro.

Die ungebrochene Nachfrage fällt in eine Phase wachsender Risikoaversion. Reuters berichtete, dass wichtige globale Aktienindizes am Freitag nachgaben, nachdem die Ölsorte Brent nach Angriffen der Houthi-Miliz in Saudi-Arabien auf ein Sechsmonatshoch gestiegen war.

Der MSCI-Weltindex verlor 0,35 Prozent, der S&P 500 gab um 0,52 Prozent nach, der europäische STOXX 600 um 0,31 Prozent. Laut AP kletterte Brent am Freitag um 3,1 Prozent auf über 116 US-Dollar je Barrel, während die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen auf 4,99 Prozent stieg.

Nachwirkungen des Tech-Ausverkaufs

Dem Rückgang vom Freitag war laut AP bereits am Donnerstag ein deutlicher Einbruch bei Technologiewerten vorausgegangen. Meta Platforms verlor nach Quartalszahlen und Plänen für eine neue Aktienklasse zur Finanzierung von KI-Investitionen 7 Prozent, Nvidia fiel um 4,4 Prozent und belastete den S&P 500 damit stärker als jeder andere Einzelwert. Zusätzlich sorgten laut AP steigende französische Anleiherenditen und Sorgen um die Staatsverschuldung für Unsicherheit.

Für den global diversifizierten Vanguard-ETF bedeutet dieses Umfeld eine Gemengelage aus geopolitischem Risiko, Zinssorgen und Zweifeln am KI-Trade – gleichzeitig zeigt sich, dass langfristig orientierte Anleger ihre Sparpläne offenbar unbeirrt fortsetzen.

Der Fonds bildet den FTSE All-World Index ab und bündelt damit Tausende Einzeltitel aus Industrie- und Schwellenländern, wodurch er von Bewegungen einzelner Branchen wie der Technologiebranche zwar beeinflusst, aber nicht dominiert wird.

Kursentwicklung bleibt robust

Der ETF schloss am Freitag bei 168,88 Euro, ein Minus von 0,2 Prozent gegenüber dem Vortag. Auf Wochensicht ergibt sich ebenfalls ein Rückgang von 0,2 Prozent, über 30 Tage beträgt das Minus 0,6 Prozent.

Trotz der jüngsten Schwäche notiert der Fonds damit nur 2,9 Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch von 174,00 Euro, das er am 7. Oktober erreicht hatte. Seit Jahresbeginn steht ein Plus von 16 Prozent zu Buche, auf Zwölfmonatssicht beträgt der Zuwachs 18 Prozent.

Der Rhythmus der Mittelzuflüsse zeigt sich auch auf Monatssicht: Für die thesaurierende Anteilsklasse verzeichnete Trackinsight für den Zeitraum der vergangenen vier Wochen Zuflüsse von 2,35 Milliarden Euro. Die separate ausschüttende Anteilsklasse VWRD verbuchte im selben Zeitraum Abflüsse von 38 Millionen Euro – ein Wert, der der hier betrachteten thesaurierenden Variante nicht zuzurechnen ist.

Eingebettet ist diese Entwicklung in einen branchenweiten Trend: Laut BNP Paribas Asset Management flossen europäischen UCITS-ETFs im September insgesamt 32,9 Milliarden Euro zu, in den ersten neun Monaten des Jahres 345 Milliarden Euro.

Globale Aktienstrategien waren dabei mit 18,4 Milliarden Euro der September-Zuflüsse die gefragteste Kategorie. Auch in den USA bleibt die Nachfrage nach globalen Aktien-ETFs hoch: Das Investment Company Institute bezifferte die Nettoemissionen in diesem Segment für die Woche zum 14. Oktober auf 5,07 Milliarden US-Dollar.