Der Vanguard FTSE All-World UCITS ETF USD Accumulation (ISIN IE00BK5BQT80) hat in der Woche bis zum 26. Oktober erneut kräftige Mittelzuflüsse verzeichnet.

Nach Daten von Trackinsight flossen dem Fonds binnen einer Woche 739 Millionen Euro zu, seit Jahresbeginn summiert sich das Plus auf 23,19 Milliarden Euro. Damit setzt sich ein Muster fort, das sich bereits in der Vorwoche zeigte, als der Fonds laut einer Auswertung von ETF Express mit 535,2 Millionen Euro zu den führenden europäischen ETPs nach Nettozuflüssen zählte.

Die Zuflüsse fallen in eine Phase, in der die globalen Aktienmärkte, die der Fonds breit abbildet, unter Druck geraten sind. Laut Reuters sorgte am Freitag ein sich vertiefender Technologie-Ausverkauf für Verunsicherung: Der S&P 500 fiel um 1,8 Prozent, der Nasdaq um 2,9 Prozent.

Hintergrund war die Sorge der Anleger, ob die hohen Investitionen in Künstliche Intelligenz angemessene Erträge abwerfen. Eine schwächere Gewinnprognose von Intel sowie die hohen KI-bezogenen Investitionsausgaben von Amazon verstärkten den Abwärtsdruck zusätzlich, nachdem bereits ein deutlicher Kursrückgang bei Alphabet am Donnerstag zuvor für Belastung gesorgt hatte.

Chip-Sektor unter besonderem Druck

Reuters berichtete zudem, dass Technologiewerte insgesamt nachgaben, da Anleger angesichts der Zweifel an der Rentabilität der KI-Ausgaben in sicherere Anlagen auswichen. Die Gewinnwarnung von Intel löste demnach einen breiteren Ausverkauf bei Chipherstellern aus, der auch den europäischen Hersteller ASML sowie den taiwanischen Konzern TSMC erfasste.

Für einen weltweit diversifizierten Indexfonds wie den Vanguard FTSE All-World bedeutet eine solche sektorale Konzentration der Verluste, dass die Gewichtung großer Technologiewerte im Index die Gesamtperformance spürbar beeinflusst.

Dass Anleger trotz dieser Turbulenzen weiter Kapital in den Fonds lenken, lässt sich als Hinweis auf eine Sparplan- und Buy-and-Hold-Strategie vieler Investoren deuten, die kurzfristige Rücksetzer nicht zum Anlass für Umschichtungen nehmen.

Die Tage zuvor zeigten ein wechselhaftes Bild: Am Mittwoch hatten globale Aktien noch zugelegt, nachdem die US-Notenbank ihren Leitzins unverändert bei 3,75 bis 4,00 Prozent belassen hatte, während steigende Ölpreise wegen neuer Sorgen um die Ölversorgung aus dem Nahen Osten die Stimmung zusätzlich prägten.

Am Donnerstag dämpften dann die Alphabet-Zahlen die Stimmung erneut, auch wenn ermutigende US-Konjunkturdaten und eine Zinspause der Europäischen Zentralbank zeitweise gegensteuerten.

Kursniveau spiegelt gemischte Gemengelage

Der Kurs des ETF schloss am Freitag bei 168,86 Euro, ein Rückgang von 0,9 Prozent gegenüber dem Vortag. Über die vergangenen sieben Tage ergibt sich mit 0,04 Prozent praktisch eine Seitwärtsbewegung, während der Fonds auf Sicht von zwölf Monaten weiterhin ein Plus von 16 Prozent aufweist. Zum 52-Wochen-Hoch vom 7. Oktober bei 174,00 Euro fehlen derzeit 3,0 Prozent.

Die anhaltenden Zuflüsse trotz der jüngsten Kursschwankungen verdeutlichen, dass die kurzfristige Nervosität rund um die KI-Investitionen der großen Technologiekonzerne das strategische Engagement vieler Anleger in global gestreute Indexfonds bislang nicht gebremst hat.