Ein enttäuschender US-Jobbericht schickt Nasdaq und Halbleiterwerte auf Talfahrt. Der Vanguard FTSE All-World UCITS ETF USD Accumulation zeigt sich davon fast unbeeindruckt. Am Freitag klettert das Papier auf 165,92 Euro, ein Plus von 0,58 Prozent — während SK Hynix binnen einer Woche 14 Prozent einbüßt.

Der Grund für diese Diskrepanz liegt in der breiten Streuung des Fonds. Was die Technologiebranche verliert, gleichen andere Sektoren aus.

Schwache Jobzahlen drehen die Zinserwartung

Auslöser der aktuellen Marktbewegung ist der US-Arbeitsmarktbericht für Juni. Die Wirtschaft schuf nur 57.000 neue Stellen. Analysten hatten mit 113.000 bis 115.000 gerechnet. Die Arbeitslosenquote sank zwar leicht von 4,3 auf 4,2 Prozent, das änderte an der Enttäuschung aber wenig.

Die Konsequenz zeigt sich sofort an den Zinserwartungen. Die Wahrscheinlichkeit für eine Fed-Zinserhöhung im Juli fällt von 30 auf rund 18 Prozent. Diese Neubewertung löst eine kräftige Sektorrotation aus: Der Nasdaq 100 verliert 1,61 Prozent, der chiplastige SMH-ETF bricht binnen einer Woche fast 10 Prozent ein. Der Dow Jones dagegen markiert mit 52.900,07 Punkten ein neues Rekordhoch.

Halbleiterwerte unter Druck

Die Baisse trifft ausgerechnet jene Branche, die die erste Jahreshälfte 2026 dominiert hatte. SK Hynix bricht um rund 14 Prozent ein, Samsung Electronics verliert 9 Prozent. Sorgen um eine Überbewertung der KI-Branche verstärken den Ausverkauf zusätzlich.

Auch Nvidia und Micron Technology geraten unter Verkaufsdruck. Micron fällt binnen einer Woche um 14 Prozent auf etwa 963 Dollar — obwohl manche Analysten weiterhin Kursziele von bis zu 2.000 Dollar nennen. Ein Momentum-Index für den „KI-Trade“ verzeichnet in zwei Tagen einen Rückgang von 18 Prozent. Das ist der stärkste Einbruch seit Ende 2020.

Vanguard wird Partner im „Trump Accounts“-Programm

Neben der Marktvolatilität gibt es eine unternehmensspezifische Nachricht. Das US-Finanzministerium bestätigte am 1. Juli, dass Vanguard als alternativer Fondspartner für das neue Sparprogramm „Trump Accounts“ für Kinder ausgewählt wurde. Der offizielle Start ist für den 4. Juli angesetzt.

Das Programm sieht einen staatlichen Zuschuss von 1.000 Dollar für Kinder vor, die zwischen 2025 und 2028 geboren werden. Neben Vanguard nehmen auch BlackRock und State Street mit eigenen Fonds teil. Vanguard-Vertreter weisen allerdings darauf hin, dass die aktuellen Anlageoptionen innerhalb der Accounts noch keine Risikominderung bieten — sie sind komplett in Aktien investiert.

Charttechnisch intakt

Beim aktuellen Kurs von 165,92 Euro fehlen nur 0,71 Prozent zum 52-Wochen-Hoch von 167,10 Euro, erreicht am 22. Juni. Auf Jahressicht steht der Fonds bei einem Plus von 13,66 Prozent, über zwölf Monate sogar bei 26,44 Prozent.

Der Kurs liegt 2,96 Prozent über dem 50-Tage-Durchschnitt von 161,14 Euro und deutlich über dem 200-Tage-Durchschnitt von 149,76 Euro. Mit einem RSI von 59,9 bewegt sich das Papier im neutralen bis leicht bullischen Bereich, während sich die „Magnificent Seven“ — darunter Microsoft, Apple und Alphabet — von der Sektorrotation zu erholen versuchen. Die annualisierte 30-Tage-Volatilität liegt bei 13,92 Prozent und spiegelt die erhöhte Marktaktivität rund um die Juni-Daten wider.

Die kommenden Handelstage werden zeigen, ob sich die Sektorrotation fortsetzt oder Technologiewerte nach dem Ausverkauf wieder Boden gutmachen. Für den breit gestreuten ETF bleibt entscheidend, dass Verluste in einem Segment durch Gewinne in anderen Branchen kompensiert werden.