Vanguard baut sein europäisches Angebot an kostengünstigen Aktien-ETFs weiter aus. Der Vermögensverwalter kündigte am heutigen Donnerstag die Auflage dreier neuer UCITS-ETFs an: den FTSE Global All-Cap, den Global Small-Cap sowie einen All-World ex-US-Fonds. Die neuen Produkte notieren an der London Stock Exchange, der Deutschen Börse, Euronext Amsterdam, der Borsa Italiana und der SIX Swiss Exchange.
Die Gebührenstruktur der Neuzugänge unterbietet den etablierten FTSE All-World deutlich. Der Global All-Cap kommt auf laufende Kosten von 0,07 Prozent, der Global Small-Cap auf 0,22 Prozent und der All-World ex-US auf 0,12 Prozent. Alle drei Fonds bieten sowohl thesaurierende als auch ausschüttende Anteilsklassen an. Verwaltet werden sie von Vanguards Global Equity Group, die nach eigenen Angaben mehr als 9,1 Billionen Dollar an Vermögen betreut.
Strategie hinter der Produktoffensive
Jon Cleborne, Head of Europe bei Vanguard, begründete den Schritt mit dem Anspruch, Anlegern einfache und kostengünstige Zugänge zu globalen Aktienmärkten zu bieten. Die Erweiterung folgt auf die im Juli aufgelegten Russell-ETFs sowie weitere europäische Fondsstarts und reiht sich damit in eine Serie von Produktlaunches ein, mit denen Vanguard seine Marktstellung im margenschwachen ETF-Geschäft ausbaut.
Für Anleger im bestehenden FTSE All-World UCITS ETF ergibt sich daraus eine interessante Konstellation: Die neuen Fonds decken teils überlappende, teils komplementäre Marktsegmente ab.
Der Global All-Cap etwa bildet ähnlich wie der All-World eine breite globale Aktienauswahl ab, während der Small-Cap-Fonds gezielt kleinere Unternehmen erfasst, die im All-World-Index nur eingeschränkt vertreten sind. Wer bereits in den All-World investiert ist, dürfte die Produktvielfalt vor allem als Ergänzungsmöglichkeit für gezielte Übergewichtungen einzelner Marktsegmente lesen.
Bemerkenswert ist zudem, dass Vanguard sein Fondsangebot nicht nur ausweitet, sondern parallel auch strafft: Für den kanadischen Markt hat der Konzern das freiwillige Delisting des Vanguard Global Minimum Volatility ETF an der Toronto Stock Exchange beantragt, mit Handelsstopp Ende Oktober und Liquidation Anfang November.
Die Kombination aus Neulancierungen in Europa und Produktbereinigung in Kanada zeigt, dass Vanguard sein globales Portfolio aktiv nach Nachfrage und Marktrelevanz ausrichtet.
Kursbild bleibt ruhig
Der FTSE All-World UCITS ETF selbst notiert am heutigen Donnerstag bei 165,24 Euro und gibt damit 0,5 Prozent nach. Auf Wochensicht steht ein Minus von 2,9 Prozent zu Buche, seit Jahresbeginn liegt der Fonds jedoch weiterhin mit 14 Prozent im Plus. Die jüngste Konsolidierung fällt damit moderat aus und ändert nichts an der grundsätzlich positiven Jahresbilanz.
Für bestehende Anleger ändert die Produktoffensive zunächst nichts an den Konditionen ihres Fonds. Die Ankündigung unterstreicht aber, wie intensiv der Wettbewerb um möglichst niedrige Gebühren im Segment breit gestreuter Aktien-ETFs inzwischen geführt wird – ein Trend, von dem Anleger langfristig über sinkende Kostenquoten profitieren dürften.
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