Der beliebteste ETF auf den FTSE All-World steht vor einer planmäßigen, aber nicht unwichtigen Weichenstellung. Am 22. Juni 2026 treten die Ergebnisse des quartalsweisen FTSE-Indexreviews in Kraft — und das bei einem Fonds, der gerade auf einem Allzeithoch notiert.
Indexreview: Was sich ab dem 22. Juni ändert
FTSE Russell hat den Zeitplan für die Quartalsüberprüfung der FTSE Global Equity Index Series festgelegt. Die Änderungen werden nach Handelsschluss am Freitag, den 19. Juni, wirksam und gelten ab Montag, dem 22. Juni. Bis zum 5. Juni können die Anpassungen noch revidiert werden; danach gelten sie als final.
Quartalsreviews im Juni und Dezember erfassen typischerweise Börsengänge, Änderungen im Streubesitz, Kapitalmaßnahmen und Branchenklassifikationen. Für den Vanguard FTSE All-World UCITS ETF USD Accumulation — der den Index per Sampling-Methode repliziert, also eine repräsentative Auswahl der relevantesten Indexmitglieder hält — bedeutet das direkte Anpassungen im Portfolio.
Starke Performance, breites Fundament
Der Fonds kommt mit Rückenwind in diese Phase. Auf Jahressicht legte er knapp 27 Prozent zu und notiert aktuell bei 163,26 Euro — exakt auf dem 52-Wochen-Hoch. Der 200-Tage-Durchschnitt liegt rund elf Prozent darunter, was die Stärke der jüngsten Aufwärtsbewegung verdeutlicht.
Die offiziellen Vanguard-Daten per Ende April bestätigen das Bild: Ein-Monats-Rendite von 10,09 Prozent, annualisierte Drei-Jahres-Rendite von 19,76 Prozent. Seit Auflegung erzielte der Fonds annualisiert 12,81 Prozent — der Benchmark kam auf 12,83 Prozent. Der Tracking Error über ein Jahr beträgt lediglich 0,05 Prozent.
Das Fondsvolumen der USD-Accumulating-Anteilsklasse liegt bei rund 41,8 Milliarden US-Dollar, das Gesamtvolumen aller Anteilsklassen bei knapp 66 Milliarden Dollar. Damit ist der VWCE — so das Börsenkürzel an der Deutschen Börse und Euronext — der weltgrößte ETF auf den FTSE All-World.
Technologiekonzentration bleibt das Kernthema
Der FTSE All-World Index umfasst rund 4.200 Aktien aus mehr als 45 Ländern und deckt etwa 90 bis 95 Prozent der globalen investierbaren Marktkapitalisierung ab. Trotz dieser Breite dominieren die Top-Positionen das Bild: NVIDIA, Alphabet, Microsoft, Amazon, Broadcom, TSMC, Meta und Berkshire Hathaway führen die Gewichtungsliste an.
Bemerkenswert ist die geografische Verschiebung im Hintergrund: Nicht-US-Märkte und Schwellenländer haben 2025 die globalen Aktienrenditen angeführt — getrieben von Dollarschwäche und Aufholbewegungen bei der Bewertung. Das Indexreview vom 22. Juni wird zeigen, ob und wie stark sich diese Verschiebung in der Zusammensetzung niederschlägt.
Der Fonds schüttet keine Dividenden aus; Erträge werden automatisch reinvestiert. Die laufenden Kosten betragen 0,19 Prozent pro Jahr.
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