Anleihemärkte und Ölpreis bringen den Aktienmarkt ins Wanken. Der Vanguard FTSE All-World UCITS ETF USD Accumulation notiert am Mittwoch bei 166,70 Euro. Das sind 0,2 Prozent weniger als am Vortag.

Der Rückgang wirkt moderat. Dahinter steckt aber eine Gemengelage aus steigenden Staatsanleiherenditen und einem Ölpreisschub, ausgelöst durch neue Spannungen im Nahen Osten.

Anleiherenditen drücken Technologiewerte

Die Rendite 30-jähriger US-Staatsanleihen kletterte am 18. August auf 5,31 Prozent. Das ist der höchste Stand seit 19 Jahren. Für Technologieaktien mit hohen Bewertungen ist das ein Problem: Höhere Zinsen schmälern den heutigen Wert künftiger Gewinne.

Die Folge zeigte sich am Dienstag deutlich. Meta Platforms verlor 3,5 Prozent, Microsoft gab um 3,0 Prozent nach. Beide Konzerne zählen zu den größten Positionen im Fondsportfolio, das stark auf US-Technologie konzentriert ist.

Nicht alle Chipwerte litten gleichermaßen. Micron Technology legte um 4,1 Prozent zu, nachdem sich die US-Handelspolitik zugunsten des Sektors verschoben hatte.

Ölpreis und Inflation belasten zusätzlich

Während der Technologiesektor schwächelte, stützten Energiewerte den breiten Markt. Die Ölsorte Brent stieg am Mittwoch auf rund 91 Dollar pro Barrel. Grund ist eine fortbestehende Seeblockade in der Straße von Hormus, nachdem ein vorheriger Waffenstillstand ausgelaufen war.

Energiekonzerne im Portfolio profitierten davon direkt. In Europa gehörten Bergbau- und Ölwerte am Mittwoch zu den stärksten Werten und stützten Indizes wie den FTSE 100, während Konsumtitel nachgaben. Frische Daten aus Großbritannien verschärfen das Bild: Die Verbraucherpreise stiegen im Juli auf 2,9 Prozent, angetrieben vor allem durch höhere Energiepreisobergrenzen für Haushalte.

Portfoliostruktur bleibt konzentriert

Der ETF bildet den FTSE All-World Index physisch mittels Sampling-Verfahren nach. Er deckt große und mittelgroße Unternehmen aus Industrie- und Schwellenländern ab. Genau diese Struktur macht ihn anfällig für Bewegungen bei einzelnen US-Schwergewichten.

Ende Juli führten diese Werte das Portfolio an:

  • NVIDIA: 4,44 Prozent
  • Apple: 4,23 Prozent
  • Microsoft: 3,27 Prozent
  • Amazon: 2,50 Prozent

Allein diese vier Positionen summieren sich auf über 14 Prozent des Fondsvermögens. Schwankungen bei diesen Titeln schlagen entsprechend direkt auf den ETF-Kurs durch.

Blick auf die kommenden Wochen

Der Fonds notiert derzeit 2,1 Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch von 170,24 Euro, erreicht am 13. August. Die Jahresperformance bleibt mit 15 Prozent robust, doch die jüngste Volatilität von 12 Prozent auf Jahresbasis zeigt: Die Nervosität am Markt ist real.

Am Mittwoch richten sich alle Augen auf das Protokoll der jüngsten FOMC-Sitzung. Hinzu kommen Quartalszahlen von Target und TJX Companies, die Aufschluss über die Konsumlaune in den USA geben dürften. Beide Termine dürften zeigen, wie stark die hohen Ölpreise bereits auf die Zinserwartungen der Notenbank durchschlagen.