Der Vanguard FTSE All-World UCITS ETF (USD Accumulation) wird ab morgen günstiger. Vanguard senkt die laufenden Kosten des Fonds von bislang 0,19 Prozent auf 0,14 Prozent pro Jahr. Für Anleger, die breit gestreut in Aktien aus Industrie- und Schwellenländern investieren wollen, sinkt damit eine der zentralen Kennziffern für die langfristige Rendite.

Der ETF notiert aktuell bei 163,82 Euro und bewegt sich damit kaum vom Schlusskurs des vergangenen Freitags. Seit Jahresbeginn steht ein Plus von 12,70 Prozent zu Buche. Zum 52-Wochen-Hoch, das der Fonds im Juni erreichte, fehlen derzeit rund zwei Prozent – der Kurs bewegt sich also nahe seinem bisherigen Jahreshoch und deutlich über dem Niveau seines 52-Wochen-Tiefs.

Kostensenkung trifft auf hohe Nachfrage

Die Gebührensenkung kommt zu einem Zeitpunkt, an dem der Fonds ohnehin hohe Zuflüsse verzeichnet. Zuletzt flossen dem ETF netto 18,2 Milliarden US-Dollar zu, das verwaltete Gesamtvolumen liegt inzwischen bei 75,68 Milliarden US-Dollar. Damit zählt der Fonds zu den größten passiven Aktienvehikeln in Europa. Auch in der jüngsten Handelswoche gehörte er unter seinem Handelskürzel VWCE zu den gefragtesten Produkten am europäischen ETF-Markt: Allein in der Woche bis zum 24. Juli flossen ihm 718,7 Millionen Euro zu – mehr als jedem anderen europäischen ETF in diesem Zeitraum, in dem europäische Aktien-ETFs insgesamt gut sieben Milliarden Euro einsammelten.

Die Gebührensenkung reiht sich in einen branchenweiten Trend ein. Passive Produkte konkurrieren zunehmend über den Preis, während aktiv gemanagte Fonds im Schnitt deutlich höhere Kostenquoten aufweisen. Für Sparer mit langem Anlagehorizont macht sich eine Senkung um fünf Basispunkte über die Jahre spürbar bemerkbar, auch wenn der Effekt auf die kurzfristige Wertentwicklung kaum sichtbar ist.

Zusammensetzung bleibt technologielastig

An der Struktur des Fonds ändert die Gebührensenkung nichts. Die größten Einzelpositionen bleiben US-Technologiewerte: Nvidia macht mit 4,45 Prozent den größten Anteil aus, gefolgt von Apple mit 3,98 Prozent und Microsoft mit 2,64 Prozent. Diese Konzentration auf wenige Schwergewichte sorgt dafür, dass die Wertentwicklung des Fonds eng an die Kursbewegungen der großen US-Technologiekonzerne gekoppelt bleibt.

Für den Anbieter selbst gibt es parallel personelle Neuerungen: Vanguard hat mit Kenneth Jacobs, dem früheren Lazard-Chef, einen neuen nicht geschäftsführenden Vorsitzenden benannt, der das Amt zum Jahresende übernimmt. John Murphy, bislang Finanzchef von Coca-Cola, wird Lead Independent Director. Vanguard verwaltet konzernweit ein Vermögen von rund zwölf Billionen US-Dollar und zählt damit neben BlackRock zu den größten Vermögensverwaltern weltweit.

Für Anleger im FTSE All-World ETF ändert sich durch den Führungswechsel an der Konzernspitze nichts Operatives. Die relevantere Nachricht bleibt die Gebührensenkung, die den ETF ab morgen zu einem der günstigsten breit gestreuten Aktienprodukte am Markt macht.