Ein umfassender Portfolio-Umbau drückt auf die Stimmung. Var Energi verkauft Beteiligungen, kauft neue hinzu und startet ein Bohrprojekt. Doch der Aktie fehlt der Rückenwind.
Var Energi notiert am Mittwoch bei 3,72 Euro. Das sind 2,9 Prozent weniger als am Vortag. Der Kurs liegt damit deutlich unter wichtigen Durchschnittslinien: 11,4 Prozent unter der 50-Tage-Linie von 4,20 Euro, 4,4 Prozent unter der 100-Tage-Marke von 3,89 Euro. Der RSI von 32,6 Punkten zeigt: Die Aktie ist fast überverkauft.
Dabei gibt es Grund zur Hoffnung. Seit Jahresbeginn steht ein Kursplus von 31 Prozent zu Buche.
Milliarden-Projekt und kluge Tauschgeschäfte
Das Unternehmen stellt die Weichen für die nächsten Jahre. Kernpunkt: die Endinvestitionsentscheidung für das Projekt „Balder Next New Wells“. Sieben neue Bohrungen sind geplant. Die Produktion soll Ende 2027 anlaufen. Insgesamt rechnet Var Energi mit einem Zuwachs von 86 Millionen Barrel Öläquivalent. Das Ziel: mehr als 400.000 Barrel pro Tag fördern.
Parallel dazu sortiert Var Energi sein Beteiligungsportfolio neu. Für 110 Millionen Dollar übernimmt der norwegische Förderer die Pandion Energy-Portfolio. Dazu gehören 10 Prozent am Nova-Feld, 20 Prozent an Ofelia und 49 Prozent an Sierra Solberg. Ein Tausch mit DNO bringt 15 Prozent an Ringhorne North und 5 Prozent an Nova – im Gegenzug gibt Var Energi 5 Prozent am Gjøa-Feld ab.
Gleichzeitig trennt sich das Unternehmen von anderen Anteilen. 20 Prozent am Goliat-Feld gehen an ORLEN, 25 Prozent an Fenja an Concedo. Die Verkäufe bringen bis zu 350 Millionen Dollar. Var Energi bleibt in beiden Feldern Operator und behält 45 beziehungsweise 50 Prozent.
CEO Nick Walker spricht von einer Stärkung der Kernbereiche. Die Produktion für 2026 soll sich kaum verändern.
Was die Anleger jetzt beschäftigt
Das Paket macht strategisch Sinn. Var Energi fokussiert sich, investiert in neue Förderung und stärkt die Position in den besten Feldern. Die Käufe sind überschaubar, die Verkäufe bringen frisches Geld.
Doch der Markt bleibt skeptisch. Seit dem 52-Wochen-Hoch bei 4,60 Euro vom Mai hat die Aktie knapp 19 Prozent verloren. Die hohe Volatilität von fast 40 Prozent zeigt: Die Stimmung im Energiesektor ist angespannt. Viele Investoren warten ab, wie schnell die neuen Bohrungen wirklich Öl liefern.
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