Varta- vs. QuantumScape-Aktie: Batterie-Ruine gegen US-Hoffnungsträger

Die Varta-Aktie ist nach der Restrukturierung eine wertlose Hülle, während QuantumScape vor dem entscheidenden Schritt zur Kommerzialisierung seiner Feststoffbatterie steht.

Varta Aktie
Kurz & knapp:
  • Varta-Aktionäre erlitten durch Kapitalschnitt Totalverlust
  • QuantumScape fokussiert sich auf Lizenzmodell mit Volkswagen
  • Entscheidende Produktionsdaten von QS für Q1 2026 erwartet
  • Kurs von QuantumScape testet wichtige 10-Dollar-Marke

Der 28. Januar 2026 markiert eine brutale Zäsur im Batteriesektor. Während Anleger bei QuantumScape gespannt auf den nächsten technologischen Durchbruch warten, blicken ehemalige Varta-Aktionäre auf einen Scherbenhaufen. Der Vergleich dieser Woche ist kein gewöhnliches Duell zweier Wettbewerber mehr, sondern die Gegenüberstellung einer lebendigen Zukunftswette und eines historischen Mahnmals für Kapitalvernichtung.

Wer heute auf den Batteriesektor blickt, muss sich entscheiden: Setzt man auf ein volatiles US-Unternehmen im „Beweis-Modus“ oder realisiert man, dass der deutsche Traditionsname an der Börse nur noch eine leere Hülle ist?

1. Das Momentum: Nervosität trifft auf Stille

QuantumScape: Das Warten auf den „Cobra“-Effekt

Die Aktie des US-Entwicklers durchlebt in diesen Tagen eine Phase der Ernüchterung. Nach einem spekulativen Anstieg zu Jahresbeginn korrigierte das Papier zuletzt zurück in den Bereich von 10,00 bis 11,00 US-Dollar. Die blinde Euphorie ist verflogen, der Markt verlangt nun Fakten.

Im Fokus steht die sogenannte „Eagle Line“: Anleger warten nervös auf Produktionsdaten aus dem ersten Quartal 2026. Zwar verläuft die Umstellung auf den neuen Cobra-Separator-Prozess nach Plan, doch Gewinnmitnahmen drücken den Kurs. Das Unterschreiten psychologisch wichtiger Marken zeigt: Hier wird nicht mehr nur die Vision gehandelt, sondern das konkrete Exekutionsrisiko eingepreist.

Varta: Der Nachhall der Abwicklung

Im krassen Gegensatz dazu herrscht bei der börsennotierten Varta absolute Stille – und das aus gutem Grund. Operative Nachrichten gibt es für die freien Aktionäre nicht mehr. Seit der Bestätigung des Restrukturierungsverfahrens (StaRUG) im vergangenen Jahr ist das Schicksal der „alten“ Aktie besiegelt: Der Kapitalschnitt auf Null hat die Altaktionäre effektiv enteignet.

Was an regionalen Börsenplätzen noch als Kurs flackert, ist reines „Zombie-Trading“. Diese Bewegungen haben keinerlei Bezug mehr zum operativen Geschäft in Ellwangen, das mittlerweile fest in den Händen von Porsche und Michael Tojner liegt.

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Zwischenfazit:
* QuantumScape: Ein aktiver, liquider Markt, der sensibel auf fundamentale News reagiert.
* Varta: Ein entkoppelter Kurs ohne Verbindung zur unternehmerischen Realität.

2. Fundamentaldaten: Wer hat noch Substanz?

Die Kluft im Jahr 2026 könnte tiefer nicht sein. Während QuantumScape Geld verbrennt, um eine Zukunft zu bauen, wurde bei Varta das Eigenkapital vernichtet, um die Vergangenheit zu bereinigen.

KennzahlQuantumScape (QS)Varta AG (Alt-Aktie)
Börsen-StatusAktiv (Nasdaq)Abwicklung / Hülle
Marktkapitalisierung~$6,0 Mrd. USD~0 € (Effektiver Wert)
Technologie-FokusFeststoff-Batterie (Lithium-Metall)Keine Assets mehr (Hülle)
Strategischer PartnerVolkswagen (PowerCo)Porsche (Eigentümer des operativen Geschäfts)

Die Falle der „Marken-Verwechslung“

Anleger müssen hier extrem vorsichtig sein: Die Fabriken in Ellwangen laufen, und Porsche verbaut die V4Drive-Zellen im 911er. Doch die Aktie, die man heute noch im Depot haben könnte, besitzt diese Fabriken nicht mehr. Der Restrukturierungsprozess hat das operative Herz aus der börsennotierten Hülle herausgetrennt. Wer hier kauft, kauft den Namen, nicht die Fabrik.

QuantumScape hingegen setzt 2026 voll auf sein Lizenzmodell mit der VW-Tochter PowerCo. Anstatt sich mit dem Bau eigener Gigafactories zu verheben – ein Fehler, der Varta zum Verhängnis wurde –, lagert QS die kapitalintensiven Schritte aus. Das schont die Kasse und verlängert den finanziellen Atem.

3. Chancen und Risiken: Alles auf eine Karte?

QuantumScape: Alles hängt an der „Cobra“

Der Investment-Case für die Amerikaner steht und fällt mit der Skalierung.
* Die Chance: Liefert die Pilotlinie („Eagle Line“) in den kommenden Monaten hohe Ausbeuten bei geringer Fehlerquote, ist die Technologie für den Massenmarkt validiert. Eine Bewertung von 6 Milliarden Dollar könnte dann erst der Anfang sein.
* Das Risiko: Die Herstellung keramischer Separatoren im großen Stil ist technisches Neuland. Verzögerungen würden den Kurs massiv unter Druck setzen, da der Markt keine Geduld mehr für „Pre-Revenue“-Versprechen hat.
* Die Short-Quote: Mit rund 10,2 % der frei handelbaren Aktien wetten einige Marktteilnehmer auf ein Scheitern. Das ist zwar keine Basis für einen extremen „Short Squeeze“, sorgt aber für Zündstoff bei positiven Nachrichten.

Varta: Die Gewissheit des Verlusts

Für die alte Varta-Aktie gibt es keinen Investment-Case mehr.
* Das Risiko: Totalverlust. Das StaRUG-Verfahren hat die Enteignung der Altaktionäre juristisch legitimiert, um Arbeitsplätze und Gläubiger zu retten.
* Die Chance: Keine. Die Aktie ist bestenfalls ein Sammlerstück für das Kuriositätenkabinett.

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4. Charttechnik: Wo liegen die Marken?

QuantumScape

Der Wochenchart zeigt eine klare Konsolidierung. Nach der anfänglichen Euphorie testet die Aktie nun die 10,00-Dollar-Marke.
* Unterstützung: Hält die Zone um 10,00 USD, könnte sich hier ein Boden bilden. Darunter wartet bei 8,50 USD die nächste Auffanglinie.
* Widerstand: Erst bei einem Ausbruch über 13,50 USD unter hohem Volumen wäre der Weg für eine neue Rallye frei.
* Volumen: Die Umsätze sind während der Korrektur stabil geblieben, was eher auf geordnete Gewinnmitnahmen als auf Panik hindeutet.

Varta

Eine technische Analyse ist hier sinnlos. Chartmuster bei einem Wert in Abwicklung sind reines Rauschen durch mangelnde Liquidität und sollten keinesfalls als Kaufsignale interpretiert werden.

5. Fazit: Ein ungleiches Rennen

Die Frage „Varta oder QuantumScape“ ist im Jahr 2026 eigentlich falsch gestellt, da sie zwei völlig unterschiedliche Kategorien vergleicht.

Für den Varta-Anleger:
Der schmerzhafte Blick ins Depot zeigt eine historische Lektion deutscher Industriegeschichte. Der Einstieg von Porsche hat zwar das Unternehmen und die Arbeitsplätze gerettet, aber nicht das Portfolio der Kleinanleger. Die Aktie ist ein „Ghost“, der an vergangene Zeiten erinnert, aber keine Zukunft mehr hat.

Für den QuantumScape-Anleger:
QS ist die einzig handelbare Option in diesem Vergleich. Das Unternehmen hat den „EV-Winter“ überlebt und steht 2026 vor dem entscheidenden Schritt zur Kommerzialisierung. Doch der Markt ist misstrauisch. Mit einem Kurs, der die 10-Dollar-Marke testet, ist die Aktie nichts für schwache Nerven.

Das Urteil im direkten Vergleich:
* Wer Sicherheit sucht, ist bei beiden falsch.
* Wer Zukunftspotenzial sucht, muss die Volatilität bei QuantumScape akzeptieren und auf die Q1-Daten hoffen.
* Wer noch auf ein Varta-Wunder hofft, ignoriert die juristischen Fakten der Restrukturierung.

Sieger nach Punkten: Eindeutig QuantumScape – nicht weil die Wette sicher ist, sondern weil sie die einzige ist, die noch läuft.

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Über Dieter Jaworski 1328 Artikel

Über mich: Systematisch und fundiert investieren

Als unabhängiger Finanzanalyst unterstütze ich seit 2002 private und institutionelle Anleger bei der Entwicklung nachhaltiger Finanzstrategien. Meine Leidenschaft für Finanzen und Zahlen reicht jedoch viel weiter zurück – über 40 Jahre. Diese langjährige Begeisterung, kombiniert mit über zwei Jahrzehnten professioneller Erfahrung in Aktienanalyse und Vermögensaufbau, bildet die Basis meiner Arbeit.

Mein Ziel ist es, Ihnen zu helfen, Ihre Finanzen selbstbewusst und systematisch zu steuern. Ich setze auf praxiserprobte Strategien, die auf fundierten Kennzahlen und klaren Regeln basieren – ohne Hype oder kurzfristige Spekulation.

Mein Weg: Von Siemens-Aktien zur professionellen Analyse

Meine Faszination für Finanzen begann früh. Die ersten eigenen Aktien (Siemens-Belegschaftsaktien 1980) weckten mein Interesse. Während meines Elektrotechnikstudiums vertiefte ich mich im Selbststudium in die Analyse von Aktien und Unternehmensdaten. Die Dotcom-Blase um 2000 war eine prägende Erfahrung – der Verlust von 50% des Kapitals verdeutlichte mir schmerzhaft: „Gier frisst Hirn“. Diese Lektion führte zur Entwicklung disziplinierter Strategien im Bereich Value Investing und Momentum.

Parallel zu meiner wachsenden Finanzexpertise war ich 29 Jahre bei Siemens in internationalen Positionen tätig (u.a. Netzplanung, technische Großprojekte, Vertriebsleitung). Diese Zeit verschaffte mir tiefe Einblicke in die Abläufe und Kennzahlen großer Konzerne – ein unschätzbarer Vorteil für die heutige Aktienbewertung. Ich war zudem im Research-Team eines Finanzinstituts und als Gutachter für einen Wirtschaftsverlag tätig.

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