Veolia soll die industrielle Abwasserbehandlung für Araucos Zellstoffprojekt Sucuriú in Brasilien planen und umsetzen. Das Unternehmen meldete die Auswahl durch Arauco gestern. Für Anleger ergänzt der Zuschlag die jüngsten Aufträge zur CO₂-Aufbereitung und Wasserversorgung. Zugleich steht ein anderer Teil des Geschäfts vor möglichen strengeren Betriebsauflagen in den USA.
Abwasserbehandlung für Arauco
Nach Unternehmensangaben übernimmt Veolia bei Sucuriú sowohl die Planung als auch die Umsetzung der industriellen Abwasserbehandlungsanlage. Der Auftrag betrifft damit einen konkreten Bestandteil des Zellstoffprojekts und nicht den Bau des gesamten Werks.
Der Zuschlag setzt einen anderen Schwerpunkt als die zuvor gemeldeten Projekte in Großbritannien und Spanien. In Brasilien geht es um die Behandlung industrieller Abwässer. Die britische Bestellung betrifft dagegen die Aufbereitung abgeschiedenen Kohlendioxids, während in Spanien die kommunale Wasserversorgung im Mittelpunkt steht. Die Meldungen zeigen damit unterschiedliche Anwendungsfelder der von Veolia angebotenen Leistungen.
Weitere Aufträge in Europa
Am 27. Oktober meldete Veolia einen Auftrag von Kanadevia Inova AG. Das Unternehmen soll zwei Anlagen zur CO₂-Reinigung und -Entwässerung für das britische CO₂-Abscheidungsprojekt Protos planen und liefern. Das Projekt an der Müllverwertungsanlage von Encyclis ist auf die Abscheidung von jährlich rund 370.000 Tonnen CO₂ ausgelegt.
Diese Kapazität beschreibt das Gesamtprojekt. Veolias konkret benannter Beitrag besteht in der Planung und Lieferung der Aufbereitungsanlagen. Für die Einordnung des Auftrags ist diese Abgrenzung wichtig: Die technische Zulieferung ist nicht mit dem Betrieb der gesamten Abscheidungsanlage gleichzusetzen.
Medienberichten zufolge vergab die Área Metropolitana de Barcelona am 27. Oktober zudem einen Wasserversorgungsvertrag an Veolias Tochter Sociedad General de Aguas de Barcelona. Er läuft über 25 Jahre und umfasst acht Gemeinden. Der Vertragswert beträgt 1,078 Milliarden Euro.
Anders als die beiden Anlagenprojekte bindet dieser Vertrag die Tochter langfristig an die kommunale Versorgung. Die jüngsten Zuschläge unterscheiden sich damit sowohl nach Aufgabenstellung als auch nach vertraglichem Zeithorizont.
Mögliche strengere Auflagen in Texas
Auf der regulatorischen Seite steht ein Vorschlag der US-Umweltbehörde EPA vom 26. Oktober. Er betrifft überarbeitete vorläufige Betriebsgrenzen für die PCB-Verbrennungsanlage von Veolia ES Technical Solutions in Port Arthur, Texas.
Die maximale PCB-Zufuhrrate soll von 1.606 auf 1.451 Pfund pro Stunde sinken. Der Vorschlag eröffnet eine Kommentierungsfrist von 30 Tagen.
Damit handelt es sich um vorgeschlagene und nicht um endgültig beschlossene Grenzen. Neben den neuen Aufträgen bleibt dieser regulatorische Vorbehalt für die Bewertung von Veolias Geschäft relevant.
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