Ein US-Zukauf für rund drei Milliarden Dollar, eine Nettoverschuldung, die binnen sechs Monaten um fast fünf Milliarden Euro steigt — und trotzdem hebt Veolia die Jahresprognose an. Was auf den ersten Blick nach einem Widerspruch klingt, erklärt sich aus einem Blick auf die operative Entwicklung im ersten Halbjahr 2026.
Der Umsatz kletterte auf 22,193 Milliarden Euro, ein Plus von 1,5 Prozent ohne den Effekt sinkender Energiepreise. Wichtiger für die Anleger dürfte die Marge sein: Das EBITDA wuchs um 5,0 Prozent auf 3,552 Milliarden Euro, die Marge verbesserte sich um 70 Basispunkte auf 16,0 Prozent. Der Nettogewinn stieg von 657 auf 682 Millionen Euro, das bereinigte Ergebnis legte um 10,4 Prozent auf 837 Millionen Euro zu.
Clean Earth treibt Schulden und Zukunft zugleich
Der Sprung bei der Nettoverschuldung auf 24,548 Milliarden Euro hat einen klaren Namen: Clean Earth. Anfang Juni schloss Veolia die Übernahme des US-Spezialisten für gefährliche Abfälle ab und verdoppelte damit sein Hazardous-Waste-Geschäft in Nordamerika — mit mehr als sechs Milliarden Dollar Umsatz in den USA ist der Konzern dort nun die Nummer zwei der Branche. Synergien im Umfang von 120 Millionen Dollar sollen bis zum vierten Jahr nach Closing anfallen, spürbar werden dürften sie im Ergebnis aber erst ab 2027.
Parallel dazu treibt Veolia den Verkauf nicht strategischer Sparten voran: Von einem Zwei-Milliarden-Euro-Desinvestitionsprogramm, das bis Mitte 2028 abgeschlossen sein soll, sind bereits rund 500 Millionen Euro für 2026 unter Dach und Fach.
Auf der Wachstumsseite setzt der Konzern nun verstärkt auf Rechenzentren und Mikroelektronik. Bis 2030 soll aus beiden Feldern zusammen mehr als eine Milliarde Euro Jahresumsatz entstehen — unter anderem über eine Kooperation mit Amazon zur Wasseraufbereitung für Kühlsysteme in Rechenzentren sowie über Aufträge mit Halbleiterherstellern in Singapur und den USA im Volumen von 343 Millionen Euro seit Jahresbeginn.
Die Aktie notierte zuletzt bei 35,74 Euro und legte um 1,68 Prozent zu.
Für das Gesamtjahr rechnet Veolia nun mit einem Anstieg des bereinigten Nettogewinns von mindestens 8 Prozent bei konstanten Wechselkursen, inklusive Clean Earth. Die Verschuldung soll bei etwa dem Dreifachen des EBITDA landen, leicht darüber. Am 5. November folgen die Neun-Monats-Zahlen, die endgültige Jahresbilanz steht für den 17. Februar 2027 an.
Veolia-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Veolia-Analyse vom 30. Juli liefert die Antwort:
Die neusten Veolia-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Veolia-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 30. Juli erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
Veolia: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...

