Der französische Umweltdienstleister Veolia hat seine vertragliche Basis im Heimatmarkt für die kommenden eineinhalb Jahrzehnte gefestigt. Wie das Unternehmen mitteilte, wurde der Vertrag über die Abfallbehandlung und stoffliche Verwertung mit dem Zweckverband SMITOM-LOMBRIC um 15 Jahre verlängert.
Die Vereinbarung umfasst ein Gesamtvolumen von 500 Millionen Euro und sichert dem Konzern langfristig planbare Einnahmen in der Sparte Entsorgung und Kreislaufwirtschaft.
An der Börse notiert die Veolia-Aktie heute bei 30,78 Euro, was einem Tagesgewinn von 1,7 Prozent entspricht. Am Vortag war das Papier mit 30,27 Euro aus dem Handel gegangen.
Weichenstellungen im europäischen Wassergeschäft
Die Verlängerung in Frankreich reiht sich in eine Reihe großvolumiger Ausschreibungserfolge ein. Am Mittwoch gab Veolia bekannt, als erfolgreicher Bieter aus einem Vergabeverfahren für Trinkwasserdienstleistungen im Großraum Barcelona hervorgegangen zu sein.
Der Zuschlag in Spanien ist auf eine Laufzeit von 25 Jahren angelegt, deckt acht Gemeinden mit mehr als 230.000 Einwohnern ab und besitzt ein Vertragsvolumen von 1 Milliarde Euro. Die endgültige Vergabe bleibt formal an den weiteren Verlauf des Beschaffungsprozesses gebunden, nachdem der dortige Metropolrat das Gebot des Konzerns gebilligt hatte.
Parallel dazu treibt das Management die Expansion im US-Geschäft voran. In einer von Veolia beauftragten Analyse bezifferte das Beratungshaus Charles River Associates die gesamtwirtschaftliche Bedeutung der Sondermüllentsorgung für die Vereinigten Staaten. Demnach könnte ein Kapazitätsdefizit von nur einem Prozent in diesem Segment im Jahr 2033 eine reale Bruttoproduktion von 27 Milliarden Dollar gefährden.
Stabile Ankeraktionäre und juristische Prüfungen
Auf Eigentümerseite stützt sich Veolia zunehmend auf die eigene Belegschaft. Nach Abschluss eines weiteren Mitarbeiter-Beteiligungsprogramms meldete der Konzern eine Rekordbeteiligung, wodurch die Angestellten ihre Stellung als führende Aktionärsgruppe weiter festigten. Demgegenüber reduzierte die Investmentgesellschaft The Capital Group Companies ihren Anteil am Grundkapital und an den Stimmrechten auf 4,97 Prozent.
Auf operativer Ebene sieht sich der Konzern zugleich mit juristischen Kontrollen konfrontiert. Medienberichten zufolge ordnete die französische Justiz Ende September im Rahmen von Ermittlungen gegen einen Subunternehmer wegen des Verdachts auf illegale Beschäftigung vorläufige Beschlagnahmen an.
Neben Veolia sind auch Suez und Paprec von dem Verfahren betroffen, bei dem den Auftraggebern eine unzureichende Überprüfung der Dienstleisterpraktiken zur Last gelegt wird. Veolia sieht sich damit trotz stabiler Auftragslage mit Kontrollpflichten in den operativen Lieferketten konfrontiert.
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