Die Ölpreise haben am Donnerstag nachgegeben, nachdem Berichte über neue diplomatische Initiativen zwischen den USA und dem Iran bekannt wurden. Händler setzen darauf, dass erneute US-Militärschläge gegen iranische Ziele noch abgewendet werden können. Der Preis für ein Barrel der Nordseesorte Brent sank im frühen Handel um 1,26 Prozent auf 113,87 Dollar.
Suche nach Verhandlungswegen
Im Zentrum der Bemühungen steht ein Vorstoß aus Washington. US-Vizepräsident JD Vance soll in einem Schreiben an Mohsen Resai, den Generalsekretär des iranischen Sicherheitsrats, Möglichkeiten für Gespräche ausgelotet haben. Parallel dazu drängen Vermittler aus Katar die Führung in Teheran, UN-Inspektoren Zugang zu den bombardierten Atomanlagen des Landes zu gewähren. Offizielle Bestätigungen für diese Kontakte liegen bislang nicht vor.
Bereits der Hinweis auf einen möglichen Austausch dämpfte den geopolitischen Risikoaufschlag an den Rohstoffmärkten und löste Verkäufe aus. Zuvor hatten Meldungen über militärische Vorbereitungen die Lage verschärft. Demnach hatten die USA mehrere arabische Staaten am Golf aufgefordert, sich auf einen kurzen, intensiven Militäreinsatz nach den US-Zwischenwahlen am 3. November einzustellen.
Hohe Energiekosten belasten Zentralbanken
Trotz des aktuellen Rücksetzers bleibt das Preisniveau hoch. Im Verlauf des Oktobers verteuerte sich Brent-Öl um zehn Prozent und markierte den höchsten Stand seit April. Der anhaltende Krieg treibt die Energiekosten der Verbraucher und erschwert den Notenbanken die Bekämpfung der Inflation. Die US-Notenbank Fed beließ ihren Leitzins in dieser Woche zwar unverändert. An den Terminmärkten rechnen Händler jedoch damit, dass die Währungshüter ihre Zinsanhebungen im Dezember fortsetzen werden.


