Vermittlungsversuche am Golf bremsen den Ölpreis

Brent gab nach Meldungen über mögliche Gespräche zwischen Washington und Teheran nach; im Oktober legte der Preis dennoch zehn Prozent zu.

KI-generiertes Symbolbild
Symbolbild, KI-generiert
Kurz & knapp:
  • Brent fällt um 1,26 Prozent
  • Mögliche US-Iran-Gespräche dämpfen Risikoaufschlag
  • Kontakte bislang nicht offiziell bestätigt
  • Oktober-Anstieg bei Brent: zehn Prozent

Die Ölpreise haben am Donnerstag nachgegeben, nachdem Berichte über neue diplomatische Initiativen zwischen den USA und dem Iran bekannt wurden. Händler setzen darauf, dass erneute US-Militärschläge gegen iranische Ziele noch abgewendet werden können. Der Preis für ein Barrel der Nordseesorte Brent sank im frühen Handel um 1,26 Prozent auf 113,87 Dollar.

Suche nach Verhandlungswegen

Im Zentrum der Bemühungen steht ein Vorstoß aus Washington. US-Vizepräsident JD Vance soll in einem Schreiben an Mohsen Resai, den Generalsekretär des iranischen Sicherheitsrats, Möglichkeiten für Gespräche ausgelotet haben. Parallel dazu drängen Vermittler aus Katar die Führung in Teheran, UN-Inspektoren Zugang zu den bombardierten Atomanlagen des Landes zu gewähren. Offizielle Bestätigungen für diese Kontakte liegen bislang nicht vor.

Bereits der Hinweis auf einen möglichen Austausch dämpfte den geopolitischen Risikoaufschlag an den Rohstoffmärkten und löste Verkäufe aus. Zuvor hatten Meldungen über militärische Vorbereitungen die Lage verschärft. Demnach hatten die USA mehrere arabische Staaten am Golf aufgefordert, sich auf einen kurzen, intensiven Militäreinsatz nach den US-Zwischenwahlen am 3. November einzustellen.

Hohe Energiekosten belasten Zentralbanken

Trotz des aktuellen Rücksetzers bleibt das Preisniveau hoch. Im Verlauf des Oktobers verteuerte sich Brent-Öl um zehn Prozent und markierte den höchsten Stand seit April. Der anhaltende Krieg treibt die Energiekosten der Verbraucher und erschwert den Notenbanken die Bekämpfung der Inflation. Die US-Notenbank Fed beließ ihren Leitzins in dieser Woche zwar unverändert. An den Terminmärkten rechnen Händler jedoch damit, dass die Währungshüter ihre Zinsanhebungen im Dezember fortsetzen werden.

Über Felix Baarz 8507 Artikel
Felix Baarz arbeitet seit 2016 als Wirtschaftsjournalist und gehört zur Redaktion der YES Investmedia GmbH.Unter seinem Namen erscheinen auf Trading-Treff seit März 2025 Beiträge zu Aktien, Trading und Indizes sowie zu wirtschaftlichen Rahmenthemen. Schwerpunkte sind Rohstoffwerte sowie KI- und Technologiewerte.Quellen dieses Ressorts: Unternehmensmitteilungen und Pflichtveröffentlichungen, Geschäftsberichte und Quartalszahlen, Kurs- und Handelsdaten der Börsenplätze sowie Meldungen der Nachrichtenagenturen. Bei Index- und Trading-Themen zusätzlich die Zusammensetzung und Anpassungen der Indexanbieter sowie Terminmarktdaten; bei Technologie- und KI-Werten Produktankündigungen und Geschäftszahlen der Unternehmen.Einordnung: Analystenurteile und Kursziele erscheinen als Aussage der jeweiligen Häuser, nicht als Bewertung der Redaktion. Kurs- und Unternehmensangaben geben den Stand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung wieder.