Die schwedische Verve Group hat ihre finalen Zahlen für 2025 vorgelegt – und die fallen zwiespältig aus. Während der Umsatz auf vergleichbarer Basis um solide 8,1 Prozent auf 601,8 Millionen Euro kletterte, brach der Nettogewinn dramatisch ein: Von 28,8 Millionen Euro im Vorjahr auf magere 0,7 Millionen Euro. Der Grund? Massive Investitionen in den Vertriebsausbau, die sich erst mit erheblicher Verzögerung auszahlen sollen.
Starkes Schlussquartal mit Schattenseiten
Das vierte Quartal zeigte die Richtung, in die CEO Remco Westermann das Unternehmen steuern will. Der Umsatz legte um 9,9 Prozent auf 193,8 Millionen Euro zu – und das trotz eines Währungsgegenwinds von neun Prozent durch den schwächelnden Dollar, in dem 83 Prozent der Erlöse fakturiert werden. Besonders bemerkenswert: Die Bruttomarge weitete sich auf 44,6 Prozent aus, verglichen mit nur 36,6 Prozent im dritten Quartal. Das ist die Dividende der abgeschlossenen Plattformvereinheitlichung.
Doch die bereinigte EBITDA-Marge sank gleichzeitig auf 25,1 Prozent, von 27,5 Prozent im Vorjahresquartal. Schuld sind die neuen Vertriebsmitarbeiter, deren Gehälter sofort zu Buche schlagen, während der Umsatzbeitrag erst nach neun bis 15 Monaten Einarbeitung fließt.
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Zehn Millionen für mehr Wachstum
Verve verdoppelt den Einsatz: Weitere zehn Millionen Euro fließen 2026 in den Ausbau des Vertriebsteams. Die Rechnung des Managements ist simpel – wenn auch riskant. Die Kundenanzahl wuchs im vierten Quartal um 6,8 Prozent gegenüber dem Vorquartal, Großkunden sogar um 5,3 Prozent. Da diese Zuwachsraten das organische Umsatzwachstum von 5,3 Prozent übertreffen, sieht Westermann seine Strategie bestätigt.
Die Prognose für 2026 fällt mit 680 bis 730 Millionen Euro Umsatz und einem bereinigten EBITDA zwischen 145 und 175 Millionen Euro bewusst breit aus. Der Vorstand räumt ein, dass der genaue Zeitpunkt, wann die neuen Vertriebskohorten produktiv werden, schwer vorherzusagen ist. Die erste Jahreshälfte dürfte schwach verlaufen, während die zweite Jahreshälfte 2026 und das Jahr 2027 die Früchte der Investitionen ernten sollen.
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Liquidität unter Druck
Die ambitionierte Wachstumsstrategie fordert ihren Tribut. Die Nettoverschuldung kletterte auf 445,9 Millionen Euro, von 351,2 Millionen Ende 2024. Der operative Cashflow sackte im vierten Quartal auf 20,1 Millionen Euro ab, verglichen mit 55,5 Millionen Euro im Vorjahresquartal. Einschränkungen bei der Forderungsverbriefung und das schnelle Wachstum belasten die Liquidität. Das Management verspricht, 2026 einen stärkeren Fokus auf das Liquiditätsmanagement zu legen.
Anleger honorierten die Zahlen im vorbörslichen Handel mit einem Plus von 2,06 Prozent auf 1,34 Euro. Ob die Wette auf beschleunigtes Wachstum ab der zweiten Jahreshälfte aufgeht, bleibt abzuwarten. Die Kundenbindungsrate von 99 Prozent – ein Rekordwert – stimmt zumindest optimistisch.
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