Der dänische Windkraftanlagenbauer Vestas baut seine Marktstellung auf See und an Land weiter aus. Mit der Installation der 200. Großturbine des Typs V236-15.0 MW erreichte das Unternehmen vor der niederländischen Küste eine installierte Offshore-Kapazität von drei Gigawatt für dieses Modell. Zeitgleich meldete der Konzern neue Lieferverträge für Onshore-Projekte in mehreren europäischen Ländern.

Großturbine treibt Offshore-Ausbau voran

Der Meilenstein bei den 15-Megawatt-Turbinen unterstreicht den Hochlauf der Plattform. Die 200. Anlage dieses Typs wurde im niederländischen Nordseeprojekt Hollandse Kust West VI errichtet. Erst im April des vergangenen Jahres war die erste Turbine dieser Serie im deutschen Nordseewindpark He Dreiht installiert worden.

Am Donnerstag feierte der Energiekonzern EnBW die offizielle Inbetriebnahme von He Dreiht rund 110 Kilometer westlich von Helgoland. Für das Vorhaben lieferte Vestas sämtliche 64 Großturbinen mit einer Gesamtkapazität von 960 Megawatt. Über zwei Drittel der Anlagen speisen bereits Strom ein. Der Vollbetrieb des bislang größten deutschen Meereswindparks ist für Oktober vorgesehen.

Das Projekt entstand ohne staatliche Subventionen und wird über langfristige Stromabnahmeverträge finanziert. Neben EnBW halten institutionelle Investoren wie Allianz Global Investors und die norwegische Zentralbank Anteile an dem Park. Zu den gewerblichen Abnehmern des Grünstroms zählen unter anderem Evonik, Google, Bosch und die Deutsche Bahn.

Frische Onshore-Aufträge in drei Ländern

Parallel zum Hochsee-Geschäft sicherte sich Vestas drei neue Festaufträge für Windparks an Land in Europa. Die Verträge umfassen ein Gesamtvolumen von 119 Megawatt und verteilen sich auf die Niederlande, Belgien sowie Polen.

Für ein niederländisches Vorhaben liefert der Konzern neun Anlagen mit einer Gesamtleistung von 41 Megawatt. Das belgische Projekt umfasst acht Turbinen mit zusammen 43 Megawatt. In Polen wurden neun weitere Turbinen mit insgesamt 36 Megawatt bestellt. Sämtliche Vereinbarungen beinhalten langfristige Serviceverträge über eine Laufzeit von 20 Jahren, was Vestas planbare Einnahmen nach der Errichtung sichert.

Solide Nachfrage stützt den Kurs

Die neuen Bestellungen ergänzen ein bereits gut gefülltes Orderbuch. Zum Ende des zweiten Quartals belief sich der konzernweite Auftragsbestand auf 76,9 Milliarden Euro. Der dänische Hersteller behauptet damit seine führende Rolle bei Neuinstallationen außerhalb des chinesischen Heimatmarktes.

An der Börse ging die Aktie am Freitag bei 27,75 Euro aus dem Handel. Trotz jüngster Schwankungen verzeichnet das Papier seit Jahresanfang ein Kursplus von 20 Prozent. Das operative Momentum in beiden Segmenten liefert dabei eine fundamentale Stütze für die Bewertung.