Im Hochrisikosektor der globalen Windenergie spitzt sich die Lage zu. Es ist das klassische Duell: Vestas Wind Systems, der dänische Platzhirsch, gegen Nordex SE, den hartnäckigen Herausforderer aus Deutschland. Die Spannung am Markt ist greifbar, denn wir stehen unmittelbar vor einem entscheidenden Realitätscheck.
Während Vestas bereits morgen, am 5. Februar 2026, seine Bücher öffnet, müssen sich Nordex-Aktionäre noch bis zum 26. Februar gedulden. Doch schon heute, am 4. Februar, lohnt sich ein datengestützter Blick auf die Ausgangslage. Wer hat im Geschäftsjahr 2025 die Nase vorn? Ist die Wachstumsstory des Marktführers noch intakt oder läuft ihm der agile Verfolger den Rang ab?
David gegen Goliath: Wer hat die besseren Karten?
Der erste Blick auf die Fundamentaldaten offenbart eine gewaltige Kluft. Hier treffen zwei Gewichtsklassen aufeinander, die unterschiedlicher kaum sein könnten. Vestas, der unangefochtene Goliath der Branche, bringt eine Marktkapitalisierung von rund 30,19 Milliarden US-Dollar auf die Waage. Nordex hingegen, der fokussierte Herausforderer, wird mit etwa 9,80 Milliarden US-Dollar bewertet.
Damit ist der dänische Riese mehr als dreimal so groß wie sein deutscher Konkurrent. Dieser Bewertungsunterschied ist jedoch kein Zufall, sondern spiegelt die strategische Ausrichtung wider. Vestas spielt auf der ganzen Klaviatur: Onshore, Offshore und ein weltumspannendes Service-Netzwerk. Nordex hingegen konzentriert seine Kräfte strategisch fast ausschließlich auf den Onshore-Markt. Für Anleger stellt sich die Frage: Setzt man auf die breite Diversifizierung des Marktführers oder die spitze Positionierung des Spezialisten?
Die Festung Vestas: Wo der Marktführer punktet
Vestas spielt seine Karten clever aus. Der entscheidende Vorteil der Dänen liegt in ihrer schieren Größe und technologischen Dominanz. Besonders im lukrativen und rasant wachsenden Offshore-Segment (Windkraft auf See) ist Vestas eine Macht – ein Spielfeld, das Nordex weitgehend den Großen überlässt.
Zudem haben sich die Dänen im wichtigen US-Onshore-Markt in einem faktischen Duopol mit GE Vernova eingerichtet, was kleineren Playern den Marktzugang massiv erschwert. Ein Blick in die Auftragsbücher zeigt die wahre Stärke: Der massive Auftragsbestand wirkt wie ein Airbag gegen kurzfristige Marktschwankungen.
Dazu kommt die Cash-Maschine: Dank der Größe und der hochprofitablen Service-Sparte generiert Vestas einen beachtlichen Free Cashflow. Dieses Geld fließt direkt zurück in Forschung und Entwicklung, was den technologischen Vorsprung weiter zementiert. Vestas ist nicht nur groß, sondern auch finanziell bestens gepolstert.
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Die Aufholjagd: Nordex bläst zum Angriff
Doch Nordex sollte keinesfalls unterschätzt werden. Die Hamburger haben sich in den letzten Jahren neu erfunden und präsentieren sich als agiler, zunehmend profitabler Spezialist für Land-Windräder. Das Unternehmen glänzt durch operative Exzellenz, was sich in einer deutlichen Anhebung der EBITDA-Margenprognose für das Gesamtjahr 2025 auf eine Spanne von 7,5 bis 8,5 Prozent niederschlug. Genau hier greift Nordex an: Profitabilität statt Wachstum um jeden Preis.
Die Nachfrage gibt der Strategie recht. Mit einem Rekord-Auftragseingang von 10,2 GW im Jahr 2025 – ein Plus von satten 22,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr – beweist Nordex, dass seine Turbinen, besonders in der europäischen Hochburg, heiß begehrt sind.
Auch finanziell hat das Management die Zügel straff angezogen. Ein starkes Working-Capital-Verhältnis von minus 8,2 Prozent und ein positiver Free Cashflow von 149 Millionen Euro allein im dritten Quartal 2025 zeigen: Der Turnaround ist nicht nur ein Versprechen, er findet in den Büchern statt.
Der Zahlen-Check: Fakten auf dem Tisch
Kurz vor den finalen Jahreszahlen lohnt sich der direkte Vergleich der aktuellsten verfügbaren Daten (primär Q3 2025 und vorläufige FY25-Daten). Hier zeigt sich, wo die Frontlinien verlaufen.
Bewertung & Industrielle Kennzahlen
| Kennzahl | Vestas Wind Systems | Nordex | Bewertung |
|---|---|---|---|
| Marktkapitalisierung | ~30,19 Mrd. $ | ~9,80 Mrd. $ | Vestas ist über 3x größer, was die Marktführerschaft unterstreicht. |
| Auftragseingang 2025 | (Daten folgen im Bericht) | 10,2 GW (Rekordhoch) | Nordex zeigt außergewöhnliches Wachstum bei der Neugeschäft-Gewinnung. |
| EBITDA-Marge 2025 | (Prognose folgt) | 7,5% – 8,5% (Angehoben) | Nordex schließt die Profitabilitätslücke zum Marktführer rasant. |
| Free Cashflow (Q3) | (Daten aus Q3) | 149 Mio. € | Nordex bewies im dritten Quartal starke Cash-Generierung. |
| Fokus | Global, Onshore & Offshore | Onshore-Fokus, stark in Europa | Vestas bietet Breite, Nordex konzentrierte Wette auf Onshore-Erholung. |
Der spannendste Punkt in den kommenden Berichten wird zweifellos die Margenentwicklung sein. Nordex hat den Fehdehandschuh geworfen und nähert sich bei der finanziellen Performance dem Branchenprimus an. Während Vestas mit Größe und Auftragsbestand wuchert, punktet Nordex mit Dynamik und verbesserter Bilanzqualität.
Szenarien: Was passiert nach den Zahlen?
Die Nervosität steigt. Wie könnten die Märkte auf die anstehenden Berichte reagieren?
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Szenario 1: Der Riese zieht davon (Wahrscheinlichkeit: 60%)
Vestas liefert morgen starke Zahlen, insbesondere getrieben durch die margenstarke Service-Sparte und Offshore-Projekte. Die Analystenerwartungen werden übertroffen. Ein selbstbewusster Ausblick auf 2026 zeigt, dass Vestas Lieferkettenprobleme besser im Griff hat als die Konkurrenz. Die Premium-Bewertung wird bestätigt, der Abstand zu Nordex bleibt gewahrt.
Szenario 2: Der Herausforderer holt auf (Wahrscheinlichkeit: 35%)
Nordex trifft Ende Februar das obere Ende seiner angehobenen Prognose. Der Ausblick auf 2026 verspricht weitere Margensteigerungen und Marktanteilsgewinne in Europa. Sollte Vestas morgen nur solide, aber glanzlose Zahlen liefern und mit Projektverzögerungen kämpfen, könnten Anleger beginnen, den Bewertungsaufschlag der Dänen zu hinterfragen. Das Momentum würde zu Nordex kippen.
Szenario 3: Der externe Schock (Wahrscheinlichkeit: 5%)
Unerwartete makroökonomische Verschiebungen, plötzliche politische Kehrtwenden oder massive Störungen in der Lieferkette werden in den Earnings Calls thematisiert. Dies würde einen der beiden überproportional treffen und die Erwartungen für den gesamten Sektor kurzfristig auf null setzen.
Fazit: Wer macht das Rennen im Depot?
Basierend auf der aktuellen Datenlage vor den Jahresberichten 2025 ergibt sich folgendes Bild:
Vestas Wind Systems (Score: 80/100)
* Stärken: Unerreichte Größe, Technologieführerschaft im Wachstumsmarkt Offshore, stabile Service-Einnahmen.
* Schwächen: Hohe Bewertung, Risiko von Ausführungsproblemen bei komplexen Großprojekten.
* Das Urteil: Ein Basis-Investment für jeden, der breit gestreut und mit hoher Sichtbarkeit an der globalen Energiewende partizipieren will.
Nordex (Score: 76/100)
* Stärken: Nachgewiesene Profitabilitätssteigerung, starkes Momentum im Onshore-Bereich, attraktivere Bewertungsmultiplikatoren.
* Schwächen: Geringere Größe, fehlendes Offshore-Standbein, höhere Abhängigkeit vom europäischen Markt.
* Das Urteil: Eine spannende Wachstums- und Turnaround-Story. Wer darauf wettet, dass das Management die Margen weiter steigern kann, findet hier das größere Kurspotenzial.
Der Gewinner nach Punkten: Vestas Wind Systems mit einem knappen Vorsprung von +4 Punkten.
Doch Vorsicht: Dieses Ergebnis ist eine Momentaufnahme. Wenn Vestas morgen oder Nordex Ende des Monats die Bücher öffnen, werden die Karten neu gemischt. Für Anleger bleibt es eine Frage des persönlichen Stils: Sicherheit und Marktführerschaft (Vestas) oder Dynamik und Turnaround-Fantasie (Nordex)?
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