Vestas hat zum Quartalsende noch einmal kräftig Bestellungen gemeldet. Die Aktie legte darauf in Kopenhagen um gut drei Prozent auf rund 196 Dänische Kronen zu. Zuvor hatte der Titel mehrere Wochen lang an Boden verloren.

Aufträge aus Europa und Vietnam

Der Windkraftanlagenbauer meldete 536 Megawatt an europäischen Aufträgen, verteilt auf Deutschland, Rumänien, Dänemark, Italien, Österreich und weitere Märkte. Hinzu kommt ein Vertrag in Vietnam: Vestas liefert 16 Turbinen des Typs V163-4.5 MW für zwei Windparks im Zentrum des Landes. Es ist das größte Rotormodell des Herstellers, das dort bislang zum Einsatz kommt.

Zusätzlichen Rückenwind lieferte ein Interview mit Konzernchef Henrik Andersen. Er sieht die Bedrohung durch chinesische Konkurrenten in Europa begrenzt, weil Fragen der Energiesicherheit deren Marktzugang bremsen dürften. Außerdem verwies er auf den wachsenden Strombedarf von KI-Rechenzentren als zusätzlichen Nachfragetreiber jenseits klassischer Versorger.

Charttechnik und Analystenlage

Die jüngste Schwäche hat aus Sicht von Chartanalysten eine technische Komponente. Der Aktie gelang es trotz mehrerer Anläufe nicht, den Widerstandsbereich zwischen 29 und 30 Euro nachhaltig zu überwinden. Gewinnmitnahmen verstärkten anschließend den Rückgang. Der Kurs ist damit in einen Bereich gelaufen, den Beobachter als richtungweisend betrachten.

Fundamental bleibt das Bild freundlich. Berenberg hatte Ende August nach den Zahlen zum zweiten Quartal auf „Buy“ hochgestuft und ein Kursziel von 240 Kronen genannt. Vestas steigerte den Umsatz im zweiten Quartal um 26 Prozent, die EBIT-Marge lag bei 9,4 Prozent. Das Management hob daraufhin seine Prognose für die Profitabilität im Gesamtjahr an.

Das Jahreshoch der Aktie liegt bei 220 Kronen, der Abstand dazu beträgt aktuell rund zwölf Prozent. Ob die Erholung trägt, hängt auch an den Zahlen zum dritten Quartal 2026. Sie sollen zeigen, ob sich der Auftragsschub aus den letzten Septembertagen in den Bestellbüchern niederschlägt.