Juli 2026. An diesem Tag wird das Unternehmen seine Ergebnisse für das zweite Quartal vorlegen. Analysten von Renta 4 erwarten für diesen Zeitraum einen leichten Umsatzanstieg um 1,4 Prozent auf 382,7 Millionen Euro. Das operative Ergebnis vor Abschreibungen (EBITDA) soll laut Schätzungen um 2,7 Prozent auf 114,5 Millionen Euro steigen, was einer stabilen Marge von 29,9 Prozent entspräche.

Lateinamerika als Wachstumstreiber für das zweite Quartal

Während die Nachfrage auf dem europäischen Markt zuletzt Schwächen zeigte, erweist sich das Geschäft in Lateinamerika als zentraler Wachstumsmotor. In Brasilien und Chile konnte der Umsatz nach Einschätzung von Renta 4 massiv zulegen und erreichte mit 62 Millionen Euro ein Plus von 56 Prozent. Diese geografische Diversifizierung hilft Vidrala dabei, konjunkturelle Eintrübungen in der Kernregion Europa abzufedern.

Parallel zur operativen Entwicklung hat das Unternehmen seine Bilanz deutlich gestärkt. Die Nettoverschuldung, die im Jahr 2023 noch bei 517,54 Millionen Euro lag, wurde bis Ende 2025 auf 153,40 Millionen Euro reduziert. Für das laufende Jahr wird ein EBITDA-Ziel von rund 450 Millionen Euro angestrebt. Die Marktdaten untermauern die aktuelle Erholungsphase: Die Aktie notiert derzeit bei 89,60 Euro und liegt damit 11,82 Prozent über ihrem 50-Tage-Durchschnitt von 80,13 Euro. Seit Jahresbeginn verzeichnet der Wert jedoch noch ein leichtes Minus von 1,21 Prozent bei einer Marktkapitalisierung von 3,08 Milliarden Euro.

Langfristige Prognosen versprechen steigende Cashflows

Die mittelfristige Strategie von Vidrala zielt auf eine Beschleunigung von Gewinn, Cashflow und Dividenden bis zum Jahr 2028 ab. Der Konsens erwartet nach einem Umsatz von 1,467 Milliarden Euro im Jahr 2025 eine Steigerung auf 1,520 Milliarden Euro im Jahr 2026. Bis 2028 könnten die Erlöse auf knapp 1,6 Milliarden Euro anwachsen. Besonders positiv wird die Entwicklung des Nettoergebnisses eingeschätzt: Von 209 Millionen Euro im Jahr 2025 soll der Gewinn bis 2028 auf 260 Millionen Euro klettern.

Damit einher geht eine prognostizierte Anhebung der Ausschüttungen an die Aktionäre. Wurde für 2025 eine Dividende von 1,70 Euro je Aktie verzeichnet, stellen Analysten für 2026 einen Wert von 1,74 Euro und für 2028 sogar 2,08 Euro in Aussicht. Auch der freie Cashflow soll von aktuell 192 Millionen Euro auf 265 Millionen Euro im Jahr 2028 steigen. Als wesentliche Risiken für diese Prognosen gelten jedoch weiterhin die Volatilität der europäischen Energiekosten sowie eine mögliche anhaltende Nachfrageschwäche.

Analysten sehen deutliches Aufwärtspotenzial

Trotz eines aktuellen Rückgangs von 0,44 Prozent gegenüber dem gestrigen Schlusskurs von 90,00 Euro bewerten Experten die Aussichten für Vidrala mehrheitlich positiv. Der Relative-Stärke-Index (RSI) von 70,9 deutet zwar auf eine kurzfristig überkaufte Situation hin, doch die Kursziele liegen deutlich über dem aktuellen Niveau. Renta 4 vergibt die Empfehlung „Übergewichten“ mit einem Zielwert von 102,30 Euro.

Dieser Optimismus spiegelt sich im gesamten Analystenkonsens wider. Während Cinco Días ein durchschnittliches Kursziel von 101,69 Euro ausweist, liegt der Zielwert laut Yahoo Finance sogar bei 102,71 Euro. Vom aktuellen Kursniveau aus entspräche dies einem Potenzial von rund 14 Prozent. Das 52-Wochen-Hoch von 100,80 Euro, das am 28. Juli 2025 erreicht wurde, rückt damit wieder in Reichweite, nachdem sich das Papier bereits um 26,55 Prozent von seinem Jahrestief bei 70,80 Euro erholt hat. Die durchschnittliche Empfehlung von 12 Analysten wird derzeit mit einem Wert von 2,0 angegeben.