Vinci verbindet weiteres Wachstum mit einem gut gefüllten Auftragsbuch. Im Geschäftsbericht vom Donnerstag bestätigte der Konzern seinen Ausblick für 2026: Umsatz, operatives Ergebnis und Nettogewinn sollen weiter steigen.

Der freie Cashflow könnte nach Unternehmensangaben 6 Milliarden Euro erreichen. Gestern bekräftigte Jefferies nach den Quartalszahlen seine Kaufempfehlung. Die Zuversicht trifft allerdings auf eine leicht rückläufige Entwicklung im Flughafengeschäft.

Der Umsatz der ersten neun Monate erreichte 56,0 Milliarden Euro und lag damit um 3,1 Prozent über dem Vorjahreswert. Im dritten Quartal betrug das Umsatzwachstum 5 Prozent.

Damit fiel der Zuwachs im jüngsten Quartal höher aus als über den bisherigen Jahresverlauf. Für Anleger liefert das eine operative Grundlage für die bestätigten Jahresziele. Diese bleiben gleichwohl ein Ausblick und sind noch kein abgeschlossenes Jahresergebnis.

Auftragsbestand schafft zusätzliche Sichtbarkeit

Ende September belief sich der Auftragsbestand auf 75,4 Milliarden Euro. Gegenüber dem Vorjahr entspricht das einem Anstieg um 7 Prozent. Das größere Auftragspolster verbessert die Sichtbarkeit künftiger Geschäftstätigkeit, sagt für sich genommen aber noch nichts über deren Ergebnisbeitrag aus.

Neue Vertragsabschlüsse ergänzen dieses Bild. Sie betreffen sowohl die Infrastruktur für Rechenzentren als auch erneuerbare Energien. Damit liefern die jüngsten Meldungen konkrete Beispiele für das Geschäft hinter dem Auftragsbestand.

Am Dienstag meldete Vinci einen Auftrag für Cobra IS über 165 Millionen Euro. Er umfasst den Bau einer Kühlanlage für einen großen Rechenzentrumscampus auf der Iberischen Halbinsel. Die Anlage soll eine Rechenleistung von 200 MW unterstützen.

Hinzu kommen schlüsselfertige Solarprojekte in Irland. Vinci Energies erhielt über Omexom von Neoen die Aufträge für die Solarparks Garr und Johnstown North. Bestandteil sind auch langfristige Vereinbarungen für Betrieb und Wartung.

Für Garr ist eine Leistung von 162 MWp vorgesehen, die Inbetriebnahme ist für 2029 geplant. Die begleitenden Betriebs- und Wartungsvereinbarungen laufen über 20 Jahre.

Flughäfen bleiben ein Gegenpunkt

Nicht alle Geschäftsbereiche zeigen dieselbe Richtung. Während der Konzernumsatz wächst und neue Projekte hinzukommen, meldete Vinci Airports am Montag einen leichten Rückgang der Passagierzahlen.

Im dritten Quartal 2026 zählte die Flughafensparte 93,5 Millionen Reisende. Das waren 0,6 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. Der bestätigte Konzernausblick steht somit neben einer verhaltenen Verkehrsentwicklung.

Jefferies hielt Medienberichten zufolge gestern dennoch an seiner Kaufempfehlung fest und ließ das Kursziel bei 139 Euro. Für die weitere Einordnung bleibt entscheidend, ob Vinci das größere Auftragspolster in das angekündigte Ergebniswachstum und den in Aussicht gestellten freien Cashflow umsetzen kann.