Pariser Infrastrukturwerte geraten unter Druck. Auslöser sind Pläne der französischen Regierung, die Steuer auf Autobahnkonzessionen und große Flughäfen im Rahmen des Haushalts 2027 kräftig anzuheben. Die Vinci-Aktie fiel auf ein Jahrestief und markierte damit den schwächsten Stand seit Monaten.
Steuersatz soll sich fast verdreifachen
Konkret will Paris die sogenannte TEITLD-Abgabe auf Fernverkehrsinfrastruktur von aktuell 4,6 Prozent auf bis zu 12,2 Prozent anheben. Das Vorhaben soll dem Staat zusätzliche Einnahmen von rund 800 Millionen Euro pro Jahr bringen — die Gesamteinnahmen aus der Abgabe würden damit von etwa 600 Millionen auf rund 1,4 Milliarden Euro steigen.
Betroffen sind Unternehmen mit mehr als 120 Millionen Euro Infrastrukturumsatz und einer Rendite über 10 Prozent, der Satz soll sich progressiv an der Profitabilität der Betreiber orientieren.
Besonders brisant: Die Regierung will Autobahnbetreibern untersagen, die höhere Steuer über Mautpreise an Kunden weiterzureichen. Flughafenbetreiber hätten dagegen mehr Spielraum, die Belastung über ihre Gebühren aufzufangen. Für Vinci Autoroutes, eine der zentralen Ertragssäulen des Konzerns, wäre das ein unmittelbarer Margendruck ohne Ausgleichsmöglichkeit.
Morgan Stanley hat die möglichen Folgen bereits beziffert: Eine Steuererhöhung in diesem Umfang könnte das Nettoergebnis von Vinci um rund neun Prozent belasten. Die Bank rechnet vor, dass sich daraus ein Bewertungsabschlag von 4,50 bis 5,00 Euro je Aktie ergeben könnte — eine Hausnummer, die die aktuelle Kursschwäche zumindest teilweise erklärt.
Auch Wettbewerber betroffen
Nicht nur Vinci leidet unter den Plänen. Auch Eiffage, dessen Autobahnnetze APRR und AREA im ersten Halbjahr 2026 rund 1,46 Milliarden Euro Mauteinnahmen erzielten, gab an der Börse deutlich nach. Die zusätzlichen Staatseinnahmen sollen in einen neuen Fonds namens „Ambition transports“ fließen, der Instandhaltung und Modernisierung der bestehenden Verkehrsinfrastruktur finanzieren soll.
Die Steuerpläne sind bislang ein Vorschlag im Rahmen des Budgetentwurfs für 2027, keine beschlossene Maßnahme. Bis zur endgültigen Verabschiedung im Parlament dürfte die Unsicherheit über das tatsächliche Ausmaß der Belastung die Aktie weiter begleiten.
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