Vinci zieht bei All for One den nächsten Schritt. Nach der abgeschlossenen Übernahme will der französische Konzern die Aktien des schwäbischen IT-Dienstleisters von der Frankfurter Börse nehmen. Heute Morgen hat All for One dazu eine Delisting-Vereinbarung mit der Vinci-Tochter VINCI Energies bekanntgegeben.

Barangebot für die übrigen Aktionäre

VINCI Energies hält nach dem Vollzug des Übernahmeangebots rund 87,33 Prozent der Anteile. Den verbliebenen Aktionären will die Bieterin nun ein öffentliches Delisting-Erwerbsangebot unterbreiten. Der Preis beträgt 67,50 Euro je Aktie in bar und entspricht dem Preis der Übernahmeofferte. Das Angebot unterliegt keinen Bedingungen.

Vorstand und Aufsichtsrat von All for One unterstützen den Schritt. Vorbehaltlich der Prüfung der Angebotsunterlage wollen sie ihren Aktionären empfehlen, das Angebot anzunehmen. Die Angebotsunterlage erstellt die Bieterin und legt sie der BaFin zur Prüfung vor. Erst nach deren Gestattung wird sie veröffentlicht.

Die Vereinbarung ergänzt das Business Combination Agreement vom 16. Juli. Sie regelt auch die Finanzierung von All for One durch die Vinci-Gruppe.

Was das Delisting bedeutet

Auf dieser Grundlage soll ein Antrag gestellt werden, die Zulassung der Aktien im Prime Standard zu widerrufen. Zudem will die Gesellschaft nach dem Antrag die Einbeziehung in den Freiverkehr anderer Börsen beenden, soweit sie diese selbst veranlasst hat. Nach dem Delisting wären die Papiere an keinem vergleichbaren Regulierten Markt im In- oder Ausland mehr handelbar.

Den Vollzug des Delisting-Erwerbsangebots erwartet die Gesellschaft für Dezember 2026.

Strategischer Hintergrund

Für Vinci geht es um den Ausbau des digitalen Geschäfts. All for One integriert und wartet Geschäftsapplikationen und betreut mit rund 3.000 Mitarbeitern mehr als 4.500 mittelständische Kunden, vor allem in Deutschland, Österreich, der Schweiz und Polen. Der Umsatz lag 2025 bei etwa 500 Millionen Euro.

Die Übernahme soll die Position von VINCI Energies und seiner Marke Axians bei digitalen Infrastruktur-Services stärken. Dazu zählen Cloud-Dienste, Datenanalyse und KI. Für den Mutterkonzern ist die Transaktion überschaubar, strategisch markiert sie jedoch einen weiteren Schritt in das wachstumsstärkere Digitalgeschäft.

Konkreter Termin ist nun die Veröffentlichung der Angebotsunterlage nach BaFin-Gestattung. Sie legt die detaillierten Bedingungen offen und eröffnet den Weg zum Vollzug im Dezember.