Virgin Galactic kämpft mit massiven Turbulenzen. Ein Kurseinbruch von 32 Prozent innerhalb eines Tages verschreckte die Anleger. Zeitgleich stieg das Handelsvolumen bei Optionen um 85 Prozent. Marktteilnehmer versuchen offenbar hektisch, ihre Positionen gegen weitere Verluste abzusichern.

Ein Börsendebüt eines großen Konkurrenten löste eine Kettenreaktion aus. Kapital floss massiv aus etablierten Titeln ab. Die Folge: massiver Verkaufsdruck bei den kleineren Branchenvertretern. Auch Rocket Lab und Intuitive Machines verloren deutlich an Boden. Investoren schichteten ihre Mittel in den neuen Branchenriesen um, was die gesamte Branche unter Druck setzte.

Finanzielle Belastung durch hohen Cash-Burn

Die Zahlen für das erste Quartal 2026 verdeutlichen die finanzielle Anspannung. Einem Umsatz von 227.000 US-Dollar steht ein Nettoverlust von 65 Millionen US-Dollar gegenüber.

Der Konzern verbrennt pro Quartal rund 90 Millionen US-Dollar. Damit reicht das vorhandene Kapital noch für etwa zweieinhalb Quartale.

Das Management reagierte mit einem Aktientausch gegen Schulden. Rund 30,5 Millionen US-Dollar an Verbindlichkeiten mit einem Zinssatz von 9,8 Prozent wurden getilgt. Dafür gab das Unternehmen 6,73 Millionen neue Aktien aus.

Parallel dazu verschob Virgin Galactic die Rückzahlung restlicher Schulden. Die fälligen 172 Millionen US-Dollar müssen nun erst im März 2028 gezahlt werden. Das Ziel: operative Luft für die kommenden Jahre.

Hoffnungsträger Delta-Klasse

Die Zukunft hängt an der neuen Raumschiff-Flotte. Das Management hält am Zeitplan für die Delta-Klasse fest. Im dritten Quartal 2026 sollen die ersten Gleitflüge beginnen. Diese Testphase gilt als kritisch für den Übergang von experimentellen Flügen zu einem regelmäßigen kommerziellen Betrieb.

Ende 2026 will das Unternehmen den kommerziellen Betrieb starten. Ein Ticket kostet mittlerweile 750.000 US-Dollar. Die Eröffnung des Ticketverkaufs stützt die Bewertung zumindest teilweise.

Der Zeitplan für die Testflüge lässt keinen Spielraum für Fehler. Verzögerungen könnten weitere Kapitalerhöhungen erzwingen und die Anteile der Aktionäre weiter verwässern. Marktbeobachter achten nun genau auf den Start der Gleittests im Herbst.