Visa rüstet sich für die Football-Saison, und das gleich auf breiter Front. Der Zahlungsriese gab heute neue und verlängerte Partnerschaften mit Teams der amerikanischen Profiliga bekannt. Parallel liefert eine eigene Umfrage Hinweise darauf, wie schnell Stablecoins in Asien an Boden gewinnen könnten.

Dreizehn Teams, ein Plan

Neu im Portfolio sind die Los Angeles Rams, die Los Angeles Chargers, die Kansas City Chiefs, die Washington Commanders, die Dallas Cowboys, die Houston Texans und die Philadelphia Eagles. Langfristig verlängert hat Visa mit den San Francisco 49ers, den New England Patriots, den Buffalo Bills und den Pittsburgh Steelers. Die Partnerschaften mit den Chicago Bears und den Baltimore Ravens laufen weiter.

Das Ziel: Nähe zu den Fans in lokalen Märkten. Visa setzt auf Aktionen am Spieltag, Community-Programme, Auftritte von Athleten und Creatorn sowie Kundenaktivierungen. Football treibt Umsätze bei Reisen, Tickets, Gastronomie und Merchandise. Genau dort will Visa Händlern und Bankkunden eine Bühne bieten.

Marketingchef Frank Cooper III spricht von „bedeutsamer Teilnahme, nicht bloßer Sichtbarkeit“. Das Engagement reiht sich in Visas Sportauftritte bei Olympia, der FIFA-Weltmeisterschaft und im Rennsport mit Red Bull Racing ein. Weitere Aktionen sollen im Verlauf der Saison 2026 folgen.

Stablecoins: Interesse hoch, Wissen dünn

Wichtiger für das Kerngeschäft dürfte eine Verbraucherstudie des Konzerns sein. Befragt wurden 14.250 Menschen in 14 Märkten der Region Asien-Pazifik. 46 Prozent halten es für wahrscheinlich, dass sie binnen fünf Jahren Stablecoins nutzen. Tatsächlich genutzt hatten sie in den vergangenen zwölf Monaten erst 16 Prozent.

Das Wissen hinkt dem Interesse hinterher. 66 Prozent kennen den Begriff, aber nur 6 Prozent verstehen, wie Stablecoins funktionieren. Unter jenen, die sie kennen, aber nie genutzt haben, nennen 38 Prozent Betrugssorgen als Hürde.

Vertrauen hängt am Anbieter. Staatliche oder zentralbanknahe Stellen genießen mit 27 Prozent das größte Vertrauen, knapp vor Banken und regulierten Instituten mit 26 Prozent. Visas Digitalwährungschef für Asien-Pazifik, Nischint Sanghavi, formuliert es so: Verbraucher wollten, dass sich Stablecoins wie ein natürlicher Teil der bereits vertrauten Zahlungen anfühlen.

Krypto-Rückenwind bei Vermögenden

Eine separate Erhebung des Vermögensverwalters CoinShares ergänzt das Bild. In allen sieben untersuchten Märkten hält eine Mehrheit der wohlhabenden Anleger digitale Assets, von 54 Prozent in Schweden bis 70 Prozent in den USA, Großbritannien und Deutschland. Die Anteile liegen meist bei rund zehn Prozent des Portfolios.

Die meisten wollen 2026 aufstocken. Strategische Motive wie Wertzuwachs und Diversifikation rangieren vor Spekulation.

Für Visa ist das ein stützendes Umfeld. Je breiter Stablecoins und Krypto im Alltag ankommen, desto mehr Bedeutung gewinnt das Netzwerk als vertrauter Übersetzer zwischen klassischem und digitalem Geld. Die Studienergebnisse zeigen allerdings auch, dass Aufklärung und Sicherheit die Voraussetzung dafür bleiben.