Visa darf sich in China auf ein eigenes Inlandsgeschäft vorbereiten. Die chinesische Zentralbank hat dem US-Zahlungsdienstleister die Genehmigung erteilt, formal den Aufbau eines inländischen Clearing-Instituts für Bankkarten zu starten. Es ist ein Zwischenschritt, aber ein bedeutsamer.
Was die Genehmigung bedeutet
Die People’s Bank of China hat Visas „Application to Prepare“ bewilligt. Das Unternehmen kann damit offiziell Vorbereitungen treffen, um im Land Transaktionen im Inland abzuwickeln. Betrieben wird dieses Geschäft bislang nicht. Die Freigabe ersetzt keine Lizenz für den laufenden Betrieb, und Visa muss die weiteren Schritte nach den Vorgaben der Zentralbank durchlaufen.
Konzernchef Ryan McInerney sprach von einem wichtigen Schritt in einem langjährigen Engagement. Visa ist seit mehr als 40 Jahren in China aktiv, bislang aber vor allem bei internationalen Kartenzahlungen. Er verwies zudem auf die Rolle der Staatsführungen in Washington und Peking, die eine konstruktive und strategisch stabile Beziehung anstrebten.
Ein Markt mit starken Platzhirschen
China zählt zu den größten digitalen Zahlungsmärkten der Welt. Das Inlandsgeschäft dominieren allerdings lokale Netzwerke und Plattformen, die über Jahre eine starke Position aufgebaut haben. Ein eigenes Clearing-Institut könnte Visa einen Weg eröffnen, über das Auslandsgeschäft hinaus Fuß zu fassen. Wie viel Marktanteil dabei realistisch ist, lässt sich aktuell kaum abschätzen.
Visa unterhält ein globales Netzwerk in mehr als 200 Ländern und Territorien. China war dabei lange ein weißer Fleck im Inlandsgeschäft, was die Bedeutung der Entscheidung unterstreicht.
Aktie vorbörslich leicht fester
Die Aktie schloss am Vortag bei 389,27 Dollar und legte damit knapp ein Prozent zu. Nach Handelsschluss notierte das Papier zuletzt bei rund 393 Dollar. Die Nachricht kam am Dienstagmorgen, der Markt hat sie noch nicht verarbeitet.
Als nächstes muss Visa die regulatorischen Schritte der Zentralbank abarbeiten, bevor tatsächlich Transaktionen im Inland abgewickelt werden können. Einen Zeitplan nennt das Unternehmen bislang nicht.
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