Der Kreditkartenriese Visa hat am Donnerstagabend seine Quartalszahlen vorgelegt und die Erwartungen übertroffen. Doch statt Kursfeuerwerk folgte der Absturz. Was zunächst paradox klingt, hat einen simplen Grund: Die Messlatte lag nach den spektakulären Ergebnissen von Mastercard einfach zu hoch.
Die nackten Zahlen: Solide, aber nicht berauschend
Für das erste Quartal des Geschäftsjahres 2026 (endend am 31. Dezember 2025) meldete Visa einen Nettoumsatz von 10,9 Milliarden Dollar – ein Plus von 15 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die Analystenschätzungen von 10,7 Milliarden Dollar wurden damit klar geschlagen. Der Gewinn kletterte um 14 Prozent auf 5,9 Milliarden Dollar. Das bereinigte Ergebnis je Aktie belief sich auf 3,17 Dollar.
Eigentlich ein Grund zum Feiern. Doch die Aktie verlor im nachbörslichen Handel 1,43 Prozent auf 327,04 Dollar. Im regulären Handel hatte der Titel noch 1,5 Prozent zugelegt – während Mastercard um gut 4 Prozent hochschoss.
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Trumps Zinsdeckel-Drohung schwebt über der Branche
Doch was belastet die Aktie wirklich? Möglicherweise ist es die politische Unsicherheit. Mitte Januar hatte US-Präsident Donald Trump angekündigt, dass ab dem 20. Januar für Kreditkarten ein Jahr lang ein Maximalzinssatz von zehn Prozent gelten soll. Ein drastischer Einschnitt: Die durchschnittlichen Kreditkartenzinsen lagen laut Federal Reserve zwischen Ende 2023 und Ende 2024 bei 21,5 Prozent.
Trumps Argument: Das Leben der Amerikaner müsse erschwinglicher werden. Viele leben von Gehaltsscheck zu Gehaltsscheck und verschulden sich über ihre Kreditkarten – ein in den USA weit verbreitetes Phänomen. Doch die Branche warnt bereits vor „verheerenden Folgen für Millionen amerikanischer Familien und kleiner Unternehmen“. Die Befürchtung: Banken könnten die Kreditvergabe drastisch einschränken.
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Vergleich mit Mastercard setzt Maßstäbe
Die eigentliche Enttäuschung liegt wohl im direkten Vergleich. Mastercard hatte zuvor die Erwartungen deutlich übertroffen und damit die Latte für Visa hochgelegt. Solide Zahlen reichten plötzlich nicht mehr aus, um Begeisterung zu entfachen. Investoren hatten offenbar auf einen ähnlichen Überraschungseffekt gehofft – und wurden enttäuscht.
Die Frage bleibt: Ist der Kursrückgang eine Überreaktion oder der Beginn einer Neubewertung angesichts politischer Risiken? Die kommenden Wochen dürften zeigen, ob Trumps Zinsdeckel-Pläne tatsächlich umgesetzt werden – und welche Auswirkungen das auf die Geschäftsmodelle der Kreditkartenanbieter haben könnte.
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