Der französische Milliardär Xavier Niel, Gründer der Iliad-Gruppe, übernimmt über seine Beteiligungsgesellschaft Vega den gesamten Anteil von Emirates Telecom (e&) an Vodafone. Durch diesen Zukauf von etwa 16,21 Prozent der Anteile steigt Niel zum größten Aktionär des britischen Konzerns auf.

Milliarden-Transaktion durch die Vega-Gruppe

Die Übernahme umfasst rund 3,94 Milliarden Aktien und wird mit einem Gesamtvolumen von etwa 4,4 Milliarden Britischen Pfund (rund 5,95 Milliarden US-Dollar) bewertet. Der vereinbarte Kaufpreis liegt laut Berichten von Reuters und Gulf News bei 112,5 Pence pro Aktie. Dies entspricht einem Aufschlag von etwa 13 bis 15 Prozent gegenüber dem vorherigen Börsenkurs. In der Transaktion ist zudem eine für den 30. Juli 2026 geplante Dividende in Höhe von 2,02 Pence pro Anteil enthalten.

Xavier Niel festigt damit seine Position im europäischen Markt deutlich. Vega hält nach Abschluss des Geschäfts Stimmrechte in Höhe von 17,13 Prozent. Der Investor betonte, dass es sich um eine langfristige strategische Minderheitsbeteiligung handelt und derzeit keine Absicht besteht, ein Übernahmeangebot für den gesamten Konzern abzugeben. Niel sieht in Vodafone eine überzeugende Investitionsmöglichkeit und sieht das Unternehmen bereit für eine neue Wachstumsphase.

Marktreaktion und aktuelle Kursentwicklung

Die Nachricht löste am Freitag eine deutliche Kursrallye aus. Die Vodafone-Aktie notiert aktuell bei 1,30 € und verzeichnet damit ein sattes Plus von 13,59 Prozent im Vergleich zum Vortag. Damit setzt das Papier die positive Entwicklung der letzten zwölf Monate fort, in denen ein Zuwachs von 38,63 Prozent erzielt wurde.

Trotz des heutigen Sprungs bleibt die Aktie mit einem Abstand von 7,84 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch, das am 11. Mai 2026 bei 1,41 € markiert wurde. Das 52-Wochen-Tief von 0,93 € aus dem Juli des Vorjahres liegt hingegen bereits über 40 Prozent zurück. Die Marktkapitalisierung des Konzerns beläuft sich nach dem jüngsten Kursanstieg auf rund 26,63 Milliarden €.

Strategische Neuausrichtung und Vorstandswechsel

Mit dem Einstieg von Niel endet das Engagement von Emirates Telecom, das im Jahr 2022 begonnen hatte. Der Ausstieg von e& führt zu unmittelbaren personellen Konsequenzen im Führungsgremium. Hatem Dowidar, der den emiratischen Konzern im Vodafone-Board vertrat, hat seinen Rücktritt mit Wirkung zum 10. Juli 2026 erklärt. Damit erlischt auch die bestehende Kooperationsvereinbarung zwischen den beiden Unternehmen.

Analysten, etwa von Reuters, erwarten durch den Einfluss des neuen Großaktionärs eine verstärkte Konzentration auf Kostensenkungen und operative Effizienz. Vodafone befindet sich bereits in einem umfassenden Umbau unter der Leitung von CEO Margherita Della Valle. Dieser umfasst unter anderem den Verkauf der Geschäfte in Spanien und Italien sowie die geplante Fusion mit dem Wettbewerber Three in Großbritannien, die derzeit noch von den Regulierungsbehörden geprüft wird. Xavier Niel bringt als Eigentümer der Iliad-Gruppe, die in 26 Ländern aktiv ist und rund 139 Millionen Abonnenten zählt, umfangreiche Branchenerfahrung in den Konzern ein.