Voestalpine drückt beim Umbau zur grünen Stahlproduktion aufs Tempo — der Aktienmarkt honoriert das gerade nicht. Der Kurs fällt heute um 3,23 Prozent auf 43,10 Euro. Auf Sicht von 30 Tagen summieren sich die Verluste auf knapp neun Prozent.
100 Millionen Euro für Donawitz
Das Herzstück der Strategie: ein neuer Elektrolichtbogenofen am Standort Donawitz. Das Budget beträgt rund 100 Millionen Euro. Voestalpine plant den Baubeginn für Herbst 2026, die Inbetriebnahme folgt 2027.
Anfangs soll der Ofen 850.000 Tonnen CO2-reduzierten Stahl pro Jahr produzieren. Bis 2030 steigt die Kapazität auf 1,5 Millionen Tonnen. Das Ziel: Die CO2-Emissionen in Donawitz sinken gegenüber 2019 um mehr als 90 Prozent.
Stahlwelt wiedereröffnet
Parallel eröffnete Voestalpine sein Besucherzentrum in Linz neu. Nach 23 Monaten Umbau und rund 20 Millionen Euro Investition präsentiert die „Stahlwelt“ ihre Ausstellung jetzt auf fünf Ebenen. Ein Blickfang ist der „Grid“ — eine begehbare Konstruktion aus 138 Tonnen Stahl, 40 Tonnen davon bereits in der CO2-reduzierten „greentec steel“-Variante gefertigt.
Schwieriges Umfeld für die ganze Branche
Voestalpines Pläne treffen auf ein belastetes Marktumfeld. Eine Studie der Universität Mannheim kommt zu dem Schluss, dass klimaneutrale Stahlproduktion in Europa wirtschaftlich funktionieren kann — aber nur mit einem gedeckelten Industriestrompreis von 60 Euro je Megawattstunde bis 2035 und staatlichen Investitionszuschüssen von 50 Prozent.
Konkurrent ArcelorMittal hat die grüne Transformation an einigen Standorten vorerst gestoppt. Voestalpine hält an seinem Zeitplan fest. Ob das als Stärke oder als Risiko gewertet wird, spiegelt sich im Kurs wider.
Charttechnisch notiert die Aktie rund zwölf Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch von 49,22 Euro vom Februar. Der RSI liegt bei 40,7 — neutral, aber mit Schwächetendenz. Der 200-Tage-Durchschnitt bei 39,62 Euro bildet die nächste relevante Unterstützungszone, falls die Marke von 43 Euro nicht hält.
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