Voestalpine Aktie: 1,3 Milliarden Schulden — 20-Jahres-Rekord

Voestalpine erzielt beste Bilanz seit 20 Jahren mit sinkender Verschuldung und plant steigende Dividende.

Voestalpine Aktie
Kurz & knapp:
  • Nettogewinn steigt um 138 Prozent
  • Niedrigste Verschuldung seit zwei Jahrzehnten
  • Elektrolichtbogenöfen gehen 2027 in Betrieb
  • Dividende soll auf 75 Cent steigen

Der österreichische Stahlkonzern Voestalpine hat zum 31. März 2026 einen Rekordabschluss vorgelegt. Der Nettogewinn stieg um fast 138 Prozent auf 424 Millionen Euro. Die Nettoverschuldung sank um 23,4 Prozent auf 1,3 Milliarden Euro – der tiefste Stand seit zwanzig Jahren.

Die Aktie reagiert dennoch mit einem deutlichen Minus von 3,61 Prozent auf 47,04 Euro. Grund: Gewinnmitnahmen. Seit dem 52-Wochen-Tief bei 22,20 Euro im Juni 2025 hat sich der Kurs mehr als verdoppelt. Auf Jahressicht liegt das Plus bei 100,68 Prozent.

Schuldenabbau und Cashflow

Das Eigenkapital kletterte auf 7,8 Milliarden Euro. Die Gearing Ratio fiel auf 16,2 Prozent – ebenfalls der niedrigste Wert seit zwei Jahrzehnten. Möglich machte das ein Free Cashflow von 537 Millionen Euro. Das EBITDA erreichte 1,5 Milliarden Euro, das EBIT 724 Millionen Euro.

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Gleichzeitig sank der Umsatz von 15,7 auf 15,1 Milliarden Euro. Gründe: gesunkene Stahlpreise, der Verkauf von Buderus Edelstahl und negative Währungseffekte beim Dollar. Die Belegschaft schrumpfte um 1,8 Prozent auf 48.800 Mitarbeiter – eine Folge von Reorganisationsmaßnahmen und Verkäufen.

Greentec steel nimmt Form an

Das Milliardenprojekt zur Dekarbonisierung schreitet voran. Im ersten Halbjahr 2027 sollen je ein Elektrolichtbogenofen in Linz und Donawitz ans Netz gehen. Rund 60 Prozent des 1,5-Milliarden-Volumens sind bereits investiert. Die Kernaggregate treffen im Herbst 2026 ein.

Bis 2029 will Voestalpine 30 Prozent der CO₂-Emissionen gegenüber 2019 einsparen – das entspricht fast fünf Prozent der jährlichen Emissionen Österreichs. Das Management warnt jedoch vor einem Flaschenhals: Fehlende leistungsfähige Strom- und Wasserstoffnetze zu wettbewerbsfähigen Preisen.

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Ausblick und Dividende zur Hauptversammlung

Die Hauptversammlung am 1. Juli soll die Dividende von 60 auf 75 Cent je Aktie anheben. Für das Geschäftsjahr 2026/27 erwartet der Vorstand ein EBITDA zwischen 1,60 und 1,85 Milliarden Euro.

Rückenwind kommt von halbierten EU-Stahlimportquoten ab Juli. Dem stehen CO₂-Kosten von rund 230 Millionen Euro gegenüber. Geopolitische Unsicherheiten – der Nahostkonflikt und die Handelsbeziehungen zwischen Europa und Nordamerika – könnten die Ergebnisentwicklung maßgeblich beeinflussen.

Ob der Konzern die obere Hälfte der EBITDA-Spanne erreicht, hängt von der weiteren Zollentwicklung ab. Die Bilanz ist so solide wie seit Jahrzehnten nicht. Jetzt muss sich zeigen, ob das operative Geschäft folgt.

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Über Dieter Jaworski 4672 Artikel

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Mein Ziel ist es, Ihnen zu helfen, Ihre Finanzen selbstbewusst und systematisch zu steuern. Ich setze auf praxiserprobte Strategien, die auf fundierten Kennzahlen und klaren Regeln basieren – ohne Hype oder kurzfristige Spekulation.

Mein Weg: Von Siemens-Aktien zur professionellen Analyse

Meine Faszination für Finanzen begann früh. Die ersten eigenen Aktien (Siemens-Belegschaftsaktien 1980) weckten mein Interesse. Während meines Elektrotechnikstudiums vertiefte ich mich im Selbststudium in die Analyse von Aktien und Unternehmensdaten. Die Dotcom-Blase um 2000 war eine prägende Erfahrung – der Verlust von 50% des Kapitals verdeutlichte mir schmerzhaft: „Gier frisst Hirn“. Diese Lektion führte zur Entwicklung disziplinierter Strategien im Bereich Value Investing und Momentum.

Parallel zu meiner wachsenden Finanzexpertise war ich 29 Jahre bei Siemens in internationalen Positionen tätig (u.a. Netzplanung, technische Großprojekte, Vertriebsleitung). Diese Zeit verschaffte mir tiefe Einblicke in die Abläufe und Kennzahlen großer Konzerne – ein unschätzbarer Vorteil für die heutige Aktienbewertung. Ich war zudem im Research-Team eines Finanzinstituts und als Gutachter für einen Wirtschaftsverlag tätig.

Seit 2007 bin ich als unabhängiger Finanzdienstleister aktiv. Meine Analysen teile ich auch unter den Pseudonymen „Javo“ und "value-javo" auf Finanzplattformen.

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Seit 2014 setze ich meine Strategie öffentlich und transparent im Wikifolio „2M – Market Momentum“ um. Dieses Portfolio fokussiert auf Aktien mit starkem Momentum, die gleichzeitig strenge fundamentale Kriterien (Marge, Verschuldung, Ertragskraft) erfüllen. Es spiegelt meine Kernprinzipien wider:

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