Der Stahl- und Technologiekonzern Voestalpine ist mit einer deutlichen Ergebnissteigerung in das neue Geschäftsjahr 2026/27 gestartet. Wie das Unternehmen am vergangenen Mittwoch mitteilte, kletterte das operative Ergebnis vor Abschreibungen (EBITDA) im ersten Quartal zum Stichtag 30. Juni auf 495 Millionen Euro. Im Vorjahreszeitraum hatte dieser Wert noch bei 361 Millionen Euro gelegen. Neben der operativen Entwicklung stützte ein Einmaleffekt aus dem Verkauf der Tochtergesellschaft voestalpine BÖHLER Profil das Ergebnis mit rund 100 Millionen Euro.
Historischer Großauftrag für Schieneninfrastruktur
Parallel zu den Finanzzahlen vermeldete das Linzer Unternehmen den größten Einzelauftrag seiner Firmengeschichte. Für das europäische Infrastrukturprojekt „Rail Baltica“ sicherte sich Voestalpine ein Auftragsvolumen von 470 Millionen Euro. Der Auftrag umfasst wesentliche Komponenten für den Ausbau des transeuropäischen Schienennetzes. Diese Entwicklung unterstreicht die starke Positionierung des Konzerns im Bereich der Bahninfrastruktur, während gleichzeitig die Portfolio-Bereinigung voranschreitet. In diesem Zusammenhang wurde bereits im vergangenen Jahr der Verkauf der Buderus Edelstahl GmbH abgeschlossen.
Stabile Prognose und verbesserte Bilanzstruktur
Trotz der Herausforderungen im Marktumfeld bestätigte das Management laut Reuters die bestehende Guidance für das Gesamtjahr 2026/27. Die Führungsetage rechnet weiterhin mit einem EBITDA in einer Spanne zwischen 1,60 Milliarden Euro und 1,85 Milliarden Euro. Die finanzielle Basis für diese Ziele hat sich gefestigt: Die Nettofinanzverschuldung konnte zum Ende des ersten Quartals auf 1,0 Milliarden Euro gesenkt werden. Damit verbesserte sich der Verschuldungsgrad (Gearing Ratio) auf 12,9 Prozent, nachdem er im Vorjahr noch bei 19,4 Prozent gelegen hatte.
An der Börse reflektiert der Kurs die positive Entwicklung der vergangenen Monate. Seit Jahresbeginn verzeichnet die Aktie ein Plus von 23,31 Prozent. Am Freitag schloss der Titel bei 46,56 Euro, womit er sich weiterhin über wichtigen charttechnischen Marken behauptet. Der Kurs liegt aktuell 4,16 Prozent über seinem 50-Tage-Durchschnitt. Für die Aktionäre zahlte sich die Geschäftsentwicklung bereits im Juli aus, als nach dem Beschluss der Hauptversammlung die Dividende auf 0,75 Euro je Aktie angehoben wurde.
Blick auf das laufende Halbjahr
Die finalen Zahlen für das vorangegangene Geschäftsjahr 2025/26 hatten bereits eine Trendwende angedeutet. Während der Umsatz leicht auf 15,1 Milliarden Euro sank, konnte das Konzernergebnis nach Steuern massiv um 137,6 Prozent auf 424,3 Millionen Euro gesteigert werden. Die Verbesserung der operativen Marge und der Schuldenabbau stehen im Fokus der aktuellen Strategie. Anleger richten ihre Aufmerksamkeit nun auf den 11. November, wenn Voestalpine den vollständigen Bericht zum ersten Halbjahr vorlegen wird.
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