Für Aktionäre von Voestalpine rückt ein wichtiger Stichtag näher. Wer auf der kommenden Hauptversammlung über die Rekorddividende abstimmen will, muss sich bis zum 21. Juni registrieren. An der Börse reagieren Anleger derweil nervös. Die Aktie fällt heute um 3,26 Prozent auf 44,50 Euro.

Starke Zahlen, höhere Ausschüttung

Der Stahlkonzern lockt mit einer kräftigen Gewinnausschüttung. Der Vorstand schlägt 75 Cent je Aktie vor. Das entspricht einem Plus von 25 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Dahinter steht eine neue Dividendenpolitik. Ab sofort fließen 30 Prozent des Gewinns an die Anteilseigner. Bedingung ist ein solides Verhältnis von Schulden zu operativem Ergebnis.

Die Basis dafür liefert ein starkes abgelaufenes Geschäftsjahr. Voestalpine verdoppelte den Jahresüberschuss auf 424 Millionen Euro. Das operative Ergebnis kletterte sogar um 59 Prozent. Parallel dazu half ein hoher Barmittelzufluss beim Schuldenabbau. Der Konzern drückte die Verbindlichkeiten auf rund 1,3 Milliarden Euro.

Brüsseler Schutzschild hilft

Rückenwind erhält das Unternehmen aus Brüssel. Der erweiterte CO₂-Grenzausgleichsmechanismus verteuert Importe aus Drittstaaten massiv. Ab Juli sinken obendrein die zollfreien Einfuhrquoten in die EU drastisch. Wer mehr importiert, zahlt künftig 50 Prozent Zoll. Emissionsarme Produzenten wie Voestalpine profitieren von diesem Preisvorteil.

Ein Selbstläufer wird das Geschäft trotzdem nicht. US-Zölle auf Stahl belasten das Ergebnis schwer. Besonders die Sparte für Spezialrohre leidet unter den Abgaben und niedrigen Ölpreisen. Auch die schwache Autokonjunktur in Europa bremst. Die wichtige Division Metal Forming spürt die Flaute der Zulieferer direkt.

Trotz der heutigen Kursschwäche steht die Aktie langfristig glänzend da. Auf Jahressicht verzeichnet das Papier ein sattes Plus von rund 97 Prozent. Für das neue Geschäftsjahr peilt das Management ein weiteres Wachstum an. Das operative Ergebnis soll auf bis zu 1,85 Milliarden Euro steigen. Die Abstimmung am 1. Juli dürfte diese Zuversicht bestätigen.