Starke Zahlen, schwacher Kurs. Bei Voestalpine klaffen operative Realität und Börsenstimmung derzeit weit auseinander. Der Linzer Stahlkonzern geht mit einem massiven Gewinnsprung in die kommende Hauptversammlung. An der Börse dominiert indes der Verkaufsdruck.
Die Aktie schloss am Freitag bei 41,70 Euro. Allein im vergangenen Monat verlor das Papier 12,6 Prozent an Wert. Der RSI-Indikator signalisiert mit einem Wert von 36,2 eine deutlich angeschlagene Verfassung.
Auf Jahressicht steht dennoch ein Plus von rund 73 Prozent. Das macht die Aktie zu einer der stärksten Comeback-Storys im europäischen Industriesektor. Die jüngste Korrektur stellt diese Rally nun auf die Probe.
Neue Regeln für die Dividende
Die kommende Woche bringt für Aktionäre einen entscheidenden Termin. Das Management schlägt auf der Hauptversammlung eine Dividende von 75 Cent je Aktie vor. Dahinter steckt eine neue Dividendenstrategie.
Ab sofort zahlt der Konzern 30 Prozent des Gewinns aus. Die Bedingung: Das Verhältnis von Nettofinanzschulden zu operativem Ergebnis liegt unter 2,0. Eine feste Untergrenze von 40 Cent sichert die Basis ab.
Operativ liefert Voestalpine die nötige Grundlage. Der Konzerngewinn sprang um 138 Prozent auf 424 Millionen Euro nach oben. Das operative Ergebnis kletterte auf 724 Millionen Euro.
Parallel dazu baute das Unternehmen Verbindlichkeiten ab. Die Nettofinanzverschuldung sank auf 1,3 Milliarden Euro. Das markiert den niedrigsten Stand seit 20 Jahren. Einzig der Umsatz gab leicht auf 15,1 Milliarden Euro nach.
EU-Schutzwand stützt das Geschäft
Ab Juli greifen neue EU-Schutzmaßnahmen für die heimische Stahlindustrie. Die Importquoten sinken um fast die Hälfte. Für Mengen außerhalb dieser Quoten verdoppeln sich die Zölle auf 50 Prozent.
Ab Oktober verschärft Brüssel die Regeln weiter. Importeure müssen dann den Ursprung ihres Stahls lückenlos nachweisen. Das erschwert billige Umgehungsgeschäfte aus Drittstaaten massiv.
Auch der seit Januar geltende CO2-Grenzausgleich entfaltet seine Wirkung. Importeure zahlen nun europäische Preise für ihre Emissionen. Voestalpine profitiert hier als sauberer Inlandsproduzent von einem klaren Wettbewerbsvorteil.
Dieser europäische Rückenwind trifft auf internationalen Gegenwind. Washington belastet Exporte von Spezialrohren weiterhin mit hohen Zöllen. Das kostet die Linzer schätzungsweise 60 bis 80 Millionen Euro beim Ergebnis.
Zusätzlich schwächelt die Autoindustrie in Europa erheblich. Die Sparte Metal Forming spürt diese Zurückhaltung direkt. Bahn- und Luftfahrttechnik fangen diese Ausfälle jedoch gut ab.
Milliarden-Wette auf grünen Stahl
Der Konzern treibt parallel den Umbau zur klimaneutralen Produktion voran. Bis 2030 fließen zusätzliche 100 Millionen Euro in das Werk Donawitz. Dort startet in drei Jahren der erste Elektrolichtbogenofen.
Das Gesamtbudget für den grünen Umbau liegt bei 1,5 Milliarden Euro. Rund 60 Prozent dieser Summe hat Voestalpine bereits investiert. Die Folge: Die Emissionen sinken bis Ende des Jahrzehnts um fast ein Drittel.
Für das laufende Geschäftsjahr zeigt sich der Vorstand optimistisch. Das Management erwartet ein operatives Ergebnis zwischen 1,60 und 1,85 Milliarden Euro. Die Hauptversammlung in der kommenden Woche liefert den nächsten harten Datenpunkt.
Neben dem Dividendenbeschluss rücken die Aussagen des Managements in den Mittelpunkt. Analysten erhoffen sich konkrete Details, wie schnell die neuen EU-Importregeln die Margen stützen.
Voestalpine-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Voestalpine-Analyse vom 27. Juni liefert die Antwort:
Die neusten Voestalpine-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Voestalpine-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 27. Juni erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
Voestalpine: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...


