Milliardeninvestitionen in Linz auf der einen Seite, schmerzhafte US-Strafzölle auf der anderen — bei Voestalpine prallen derzeit zwei Welten aufeinander. Der österreichische Stahlkonzern treibt seinen grünen Umbau im Rekordtempo voran. Das Marktumfeld verlangt dem Management dabei einiges ab.
Meilenstein in Linz
Der Rohbau der neuen Elektrolichtbogenofen-Halle am Linzer Werk steht. Für Voestalpine markiert die planmäßige Fertigstellung den Eintritt in die entscheidende Phase des milliardenschweren Dekarbonisierungsprogramms „greentec steel“. Das Herzstück der Anlage bekommt nun sein Dach. Im kommenden Jahr soll der Elektrolichtbogenofen in Betrieb gehen.
Die Erwartungen an das Projekt sind gewaltig. Zusammen mit einer weiteren Anlage in Donawitz will der Konzern seine Emissionen bis zum Ende des Jahrzehnts um rund ein Drittel senken. Das entspricht fast fünf Prozent der österreichischen Gesamtemissionen.
Allerdings warnt das Management vor einem strukturellen Engpass. Es fehlen leistungsfähige Strom- und Wasserstoffnetze zu wettbewerbsfähigen Preisen. Die gesamte Transformation hängt an dieser Infrastruktur.
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Regulierungsgefälle prägt das Geschäft
Auf politischer Ebene erlebt der Konzern derzeit eine Zweiteilung. In Europa sorgt der neue Kohlenstoffgrenzmechanismus (CBAM) für Rückenwind. Er verteuert Stahlimporte aus Regionen mit niedrigeren Umweltstandards spürbar. Das verschafft emissionsarmen Produzenten einen strukturellen Vorteil.
Aus den USA weht indes rauer Gegenwind. Die Sparte Tubulars leidet unter US-Zöllen auf Spezialrohre. Niedrige Ölpreise dämpfen die Nachfrage nach diesen Produkten zusätzlich. Das Management rechnet durch die US-Handelspolitik mit einem negativen Ergebniseffekt im mittleren zweistelligen Millionenbereich.
Am Aktienmarkt spiegelt sich diese gemischte Lage in einer kurzfristigen Schwäche wider. Die Voestalpine-Aktie schloss am Dienstag bei 41,22 Euro. Ein RSI-Wert von 19 signalisiert aktuell eine überverkaufte Situation. Auf Jahressicht steht dennoch ein massives Plus von knapp 78 Prozent an der Kurstafel.
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Produktneuheit und Dividendenpläne
Parallel zum Baufortschritt in Linz erweitert der Konzern sein Portfolio. Auf der Fachmesse wire & Tube präsentierte die Drahtsparte eine neue phosphatfreie Beschichtung. Das Produkt kommt ohne Schwermetalle und fluorierte Chemikalien (PFAS) aus. Das nimmt strengere EU-Regulierungen vorweg.
Trotz der Belastungen aus dem US-Geschäft hält der Vorstand an der Jahresprognose fest. Das operative Ergebnis soll am Ende zwischen 1,4 und 1,55 Milliarden Euro liegen. Am 3. Juni legt Voestalpine den vollständigen Geschäftsbericht vor.
Dann steht auch die geplante Dividendenpolitik auf der Agenda. Vorgesehen ist eine Ausschüttungsquote von 30 Prozent des Gewinns je Aktie. Als Untergrenze schlägt das Management 0,40 Euro vor. Die formelle Abstimmung darüber findet auf der Hauptversammlung am 1. Juli statt.
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