Die Voestalpine treibt ihren industriellen Wandel voran. Im Zentrum steht das Großprojekt greentec steel, dessen Fortschritte am Standort Linz zuletzt im Fokus standen. Vorgestern erhielten Interessierte bei einer Besichtigung detaillierte Einblicke in den Bau der Elektrolichtbogenöfen (EAFs).

Diese Anlagen bilden das Rückgrat der künftigen Produktion und sollen bereits im ersten Halbjahr 2027 in Betrieb gehen. Das Ziel des Konzerns ist eine signifikante CO2-Reduktion um bis zu 30 Prozent bis zum Jahr 2029 im Vergleich zu den Werten von 2019.

Finanziell stützt sich dieser Umbau auf eine verbesserte Ertragslage, wie die Zahlen zum ersten Quartal des Geschäftsjahres 2026/27 unterstreichen. In dem Zeitraum von April bis Juni erwirtschaftete der Konzern einen Umsatz von 4 Milliarden Euro. Das operative Ergebnis vor Abschreibungen (EBITDA) belief sich auf 495 Millionen Euro, wobei darin Sondereffekte in Höhe von rund 100 Millionen Euro enthalten waren.

Gegenüber dem Vorjahresquartal bedeutete dies eine Steigerung des EBITDA von 361 Millionen Euro auf das aktuelle Niveau. Das EBIT kletterte im selben Zeitraum um 78,8 Prozent auf 307 Millionen Euro.

Besonders die Entwicklung der Bilanzstruktur bietet dem Unternehmen Spielraum für Investitionen. Die Nettofinanzverschuldung sank per Ende Juni auf 1 Milliarde Euro, was einem Rückgang von 28,7 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitpunkt entspricht.

Zum vorherigen Bilanzstichtag Ende März hatte dieser Wert noch bei 1,3 Milliarden Euro gelegen. Auf Basis dieser Entwicklung hat das Management die Prognose für das laufende Geschäftsjahr bestätigt, die eine EBITDA-Bandbreite zwischen 1,60 und 1,85 Milliarden Euro vorsieht.

Strategische Neuausrichtung und Expansion

Neben der technologischen Transformation bereinigt das Unternehmen kontinuierlich sein Portfolio. Der Abschluss des Verkaufs der Voestalpine BÖHLER Profil markierte einen wesentlichen Schritt in der Straffung der Division High Performance Metals. Damit gilt die Portfoliooptimierung innerhalb dieses Bereichs als weitgehend beendet.

Parallel dazu gewinnt die Steel Division Marktanteile in der Automobilindustrie, während der Konzern seine Stellung in globalen Infrastrukturprojekten festigt.

Ein Schwerpunkt liegt dabei auf der Bahninfrastruktur, wo das Unternehmen zuletzt den historisch größten Einzelauftrag über 470 Millionen Euro verzeichnete.

In diesem Bereich expandiert die Gruppe zudem international, was sich vor knapp zwei Wochen durch das Vorhaben für eine neue Produktionsstätte für Schienenkomponenten im kanadischen Thorold, Ontario, verdeutlichte. Dieser Schritt wird durch einen langfristigen Liefervertrag mit der Bahngesellschaft Canadian National abgesichert.

An der Börse zeigt sich der Wert am heutigen Freitag stabil mit einer leichten Tendenz nach unten und notiert bei 44,54 Euro, was einer Veränderung von -0,4% entspricht. Damit beträgt der Abstand zum 52-Wochen-Hoch von 49,22 Euro derzeit -9,5%.

Das Papier notiert jedoch weiterhin deutlich über seinem 52-Wochen-Tief, das vor genau einem Jahr am 11. September 2025 bei 28,32 Euro markiert wurde. Die Marktkapitalisierung des Stahl- und Technologiekonzerns beläuft sich auf 7,93 Milliarden Euro.