Starkes operatives Geschäft, aber ein massiv überverkaufter Aktienkurs — bei Voestalpine klaffen fundamentale Entwicklung und Marktstimmung derzeit auseinander. Am 3. Juni legt der Linzer Stahl- und Technologiekonzern seine Jahreszahlen vor. Dabei rückt eine Neuerung in den Fokus: Erstmals greift das überarbeitete Dividendenmodell.
Die Messlatte für das Geschäftsjahr 2025/26 liegt hoch. Der Vorstand rechnet mit einem operativen Ergebnis (EBITDA) zwischen 1,4 und 1,55 Milliarden Euro. Die Basis dafür lieferten starke erste neun Monate, in denen der Gewinn nach Steuern um rund ein Viertel anzog. Parallel dazu baute der Konzern Schulden ab. Die Nettoverschuldung sank auf 1,4 Milliarden Euro, obwohl Voestalpine massiv in das Dekarbonisierungsprogramm investiert.
Genau dieser Schuldenabbau ist für Aktionäre nun relevant. Voestalpine hat die Ausschüttungspolitik umgebaut. Das Unternehmen plant, künftig 30 Prozent des Gewinns je Aktie weiterzureichen. Bedingung für diesen Dividendenvorschlag ist ein Verhältnis von Nettoverschuldung zu EBITDA unter dem Faktor 2,0. Der Ex-Dividenden-Tag folgt anschließend am 9. Juli.
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Bahntechnik liefert Rückenwind
Operativen Schub bringt derweil das Infrastrukturgeschäft. Während die europäische Automobilproduktion schwächelt, sammelte das Bahnsegment Aufträge im Wert von einer halben Milliarde Euro ein. Die Verträge mit der Deutschen Bahn und den Schweizerischen Bundesbahnen umfassen:
- Lieferung von Schienen- und Weichensystemen
- Signaltechnik und Überwachungslösungen
- Langfristige Wartung und Cybersecurity (bis zu 20 Jahre)
Um die Finanzbasis für den allgemeinen Konzernumbau zu stärken, stockte Voestalpine Mitte April eine Wandelanleihe um 35 Millionen Euro auf. Das Marktumfeld bleibt indes gespalten. US-Importzölle belasten das Ergebnis, während neue EU-Handelsschutzmaßnahmen die Position der Österreicher stützen. Beim Ersatz klassischer Hochöfen fehlt es laut Management zudem an ausreichend dimensionierten Strom- und Wasserstoffnetzen.
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Aktie rutscht unter wichtige Marke
An der Börse kühlte die Stimmung zuletzt merklich ab. Die Voestalpine-Aktie beendete die Handelswoche bei 41,54 Euro und fiel damit wieder unter die 50-Tage-Linie. Mit einem RSI-Wert von 15,9 gilt das Papier kurzfristig als extrem überverkauft. Auf Jahressicht verteidigt der Titel dennoch ein Plus von gut sieben Prozent.
Am 3. Juni müssen die Linzer nun liefern. Erreicht das EBITDA das obere Ende der Zielspanne von 1,55 Milliarden Euro, bestätigt das die operative Resilienz. Fällt zeitgleich das grüne Licht für die neue Dividende, steht die Bestätigung des neuen Ausschüttungsmodells schwarz auf weiß.
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