Voestalpine ist mit einer deutlichen Ergebnissteigerung in das neue Geschäftsjahr 2026/27 gestartet. Während am Mittwoch die operativen Quartalszahlen und ein historischer Großauftrag im Fokus standen, sorgte am heutigen Freitag eine positive Analysteneinschätzung für zusätzliche Impulse am Markt. Die Aktie notiert aktuell bei 47,38 Euro und nähert sich damit wieder ihrem 52-Wochen-Hoch an, von dem sie nur noch 3,74 Prozent entfernt ist.
Sondereffekte stützen Quartalsergebnis
Im ersten Quartal des laufenden Geschäftsjahres steigerte der Linzer Stahlkonzern seinen Umsatz auf 4,0 Milliarden Euro. Das operative Ergebnis vor Abschreibungen (EBITDA) kletterte signifikant auf 495 Millionen Euro, nachdem im Vorjahreszeitraum noch 361 Millionen Euro erzielt worden waren. Maßgeblichen Anteil an dieser Entwicklung hatte die Finalisierung des Verkaufs der Tochtergesellschaft voestalpine BÖHLER Profil.
Die Transaktion lieferte einen positiven EBITDA-Beitrag von rund 100 Millionen Euro und stärkte zudem die Liquidität mit einem Free Cashflow-Beitrag von etwa 150 Millionen Euro. Dies schlug sich unmittelbar in der Bilanz nieder: Zum Stichtag am 30. Juni sank die Nettofinanzverschuldung auf 1,0 Milliarden Euro. Die Kennzahl für den Verschuldungsgrad, die sogenannte Gearing Ratio, verbesserte sich damit auf 12,9 Prozent. Parallel zu diesen Finanzkennzahlen berichtete das Unternehmen über Reorganisationsmaßnahmen in den Divisionen High Performance Metals und Metal Forming, in deren Zuge die weltweite Mitarbeiterzahl im Vergleich zum Vorjahr um 1,8 Prozent auf 48.640 sank.
Rekordauftrag für europäische Bahninfrastruktur
Neben den Quartalszahlen gab Voestalpine am Mittwoch den historisch größten Einzelauftrag der Unternehmensgeschichte bekannt. Für das europäische Großprojekt „Rail Baltica“ wird der Konzern Bahninfrastruktur im Wert von 470 Millionen Euro liefern. Dieser Auftrag unterstreicht die Position des Unternehmens im Bereich der Bahntechnik, während gleichzeitig die Transformation der Produktion voranschreitet. Für das Dekarbonisierungsprojekt „greentec steel“ bleibt der Zeitplan unverändert: Die Inbetriebnahme der neuen Elektrolichtbogenöfen in Linz und Donawitz ist weiterhin für das erste Halbjahr 2027 vorgesehen.
Analysten sehen deutliches Aufwärtspotenzial
Auf die jüngsten Geschäftszahlen und den verbesserten Ausblick reagierten Analysten am heutigen Freitag mit einer Neubewertung. Die Experten der Erste Group hoben ihre Empfehlung für die Voestalpine-Aktie von „Hold“ auf „Accumulate“ an. Das Kursziel wurde dabei deutlich von zuvor 39,50 Euro auf nun 55,30 Euro heraufgesetzt. Als Begründung führten die Analysten neben dem starken Quartalsauftakt insbesondere die verbesserten Perspektiven für die Steel Division an.
Das Management von Voestalpine bestätigte trotz anhaltender geopolitischer Unsicherheiten die Prognose für das Gesamtjahr 2026/27. Das Unternehmen erwartet weiterhin ein EBITDA in einer Bandbreite zwischen 1,60 Milliarden Euro und 1,85 Milliarden Euro. Mit einem Kursplus von 25,48 Prozent seit Jahresbeginn gehört das Papier aktuell zu den stärksten Werten im Sektor. Die nächsten detaillierten Einblicke in die Geschäftsentwicklung werden für den 11. November erwartet, wenn der Konzern die Ergebnisse zum zweiten Quartal vorlegen will.
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