Mehr als doppelt so viel Gewinn wie im Vorjahr — und das trotz sinkender Erlöse. Voestalpine hat mit dem Geschäftsbericht für 2025/26 die Erwartungen der Analysten klar übertroffen und zeigt, wie ein Stahlkonzern auch in schwierigem Umfeld die Marge verbessern kann.
Ergebnis schlägt Schätzungen deutlich
Das Ergebnis nach Steuern kletterte auf 424 Millionen Euro — mehr als doppelt so viel wie die 179 Millionen Euro aus dem Vorjahr. Das Ergebnis je Aktie lag bei 2,37 Euro und übertraf damit den Analystenkonsens von 2,18 Euro spürbar.
Der Umsatz fiel von 15,7 auf 15,1 Milliarden Euro. Preisrückgänge, der Verkauf der Tochter Buderus und ein schwächerer US-Dollar drückten die Erlöse. Das EBITDA stieg dennoch von 1,3 auf 1,5 Milliarden Euro — ein klares Zeichen, dass das Unternehmen auf der Kostenseite Fortschritte gemacht hat.
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Belastung durch US-Zölle, Stellenabbau als Reaktion
Ein erheblicher Gegenwind kam aus den USA. Die im Juni 2025 eingeführten Stahlzölle von 50 Prozent kosteten Voestalpine fast 100 Millionen Euro beim operativen Ergebnis. Hinzu kommt die schwächelnde Nachfrage aus dem Automobilsektor.
Der Konzern reagiert mit Kapazitätsanpassungen. Am deutschen Standort Dettingen an der Erms fallen rund 210 von 650 Stellen weg, eine Schließung des Werks ist jedoch nicht geplant. In Österreich wurden etwa 350 Stellen gestrichen. Insgesamt sank die Belegschaft um 1,8 Prozent auf rund 48.800 Vollzeitäquivalente.
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Ausblick und Transformation
Für 2026/27 peilt der Vorstand ein EBITDA zwischen 1,60 und 1,85 Milliarden Euro an — ein Plus von bis zu 25 Prozent gegenüber dem abgelaufenen Jahr. Barclays bezeichnete das Zahlenwerk als stark, den Ausblick aber als konservativ. Analysten der Erste Group wiesen darauf hin, dass die Prognose einen Sondereffekt von rund 100 Millionen Euro aus dem geplanten Verkauf von Böhler Profil einschließt.
Parallel läuft das Dekarbonisierungsprojekt „greentec steel“. Bereits 60 Prozent des 1,5-Milliarden-Euro-Investitionsvolumens sind umgesetzt. Die ersten Elektrolichtbogenöfen in Linz und Donawitz sollen im ersten Halbjahr 2027 anlaufen und die CO2-Emissionen bis 2029 um bis zu 30 Prozent gegenüber 2019 senken.
Die Aktie legte am Mittwoch um 2,3 Prozent auf 46,82 Euro zu. Der Vorstand schlägt der Hauptversammlung am 1. Juli 2026 eine Dividendenerhöhung von 0,60 auf 0,75 Euro je Aktie vor.
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