Beim Umbau der eigenen Stahlproduktion hat der österreichische Stahlkonzern Voestalpine eine wichtige Hürde genommen. Am Standort Linz schloss das Unternehmen die Errichtung eines neuen konzerneigenen Kraftwerks ab. Das Projekt ist ein integraler Bestandteil des unternehmenseigenen Transformationsprogramms „greentec steel“ und soll die Energieeffizienz der künftigen Produktionsprozesse absichern.
Eigenstromerzeugung aus industrieller Abwärme
Nach einer Bauzeit von rund vier Jahren erfolgte die Fertigstellung der Anlage plan- und budgetgerecht. Das Kraftwerk nutzt den Dampf, der bei der Kühlung des geplanten Elektrolichtbogenofens entsteht, und wandelt diesen in elektrische Energie um. Auf diese Weise ersetzt die Neuanlage schrittweise das bisher für die Eigenstromerzeugung genutzte Hochofengas.
Aktuell befindet sich der Kraftwerksblock in der finalen Phase der Inbetriebnahme. Im Rahmen der jüngsten Tests wurde die Turbine bei Volllast mit 60 Tonnen Dampf unter einem Druck von 16 bar erprobt. Mit der Fertigstellung des Kraftwerks bereitet Voestalpine den nächsten Technologieschritt vor: Für das Jahr 2027 ist vorgesehen, den Hochofen Nummer 5 am Standort Linz vollständig durch den neuen Elektrolichtbogenofen abzulösen.
Bereits im September trafen dafür zentrale Anlagenkomponenten mit einem Gesamtgewicht von 790 Tonnen ein. Die Bauteile wurden überwiegend per Schiff angeliefert und stammen aus Fertigungsstätten in Deutschland, Italien sowie der Türkei. Ihre Montage und Integration in die bestehende Infrastruktur laufen bereits.
Gemischte Stimmen der Analystenhäuser
Die Fortschritte beim industriellen Umbau fallen in eine Phase reger Neubewertungen an den Finanzmärkten. Unter den Analysten gehen die Meinungen über das verbleibende Kurspotenzial auseinander, wenngleich mehrere Institute ihre Zielmarken heraufgesetzt haben.
Die Deutsche Bank bekräftigte ihre Kaufempfehlung und passte das Kursziel von 60 auf 63 Euro an.
Höhere Preise für Stahl und eine Verknappung des Angebots stützen dabei die optimistischen Szenarien, während vorsichtigere Marktbeobachter die makroökonomischen Risiken für die Nachfrage betonen.
Am Kapitalmarkt honorieren die Anleger die strategischen Fortschritte und das veränderte Marktumfeld. Am Freitag kletterte das Papier um 6,0 Prozent auf 44,76 Euro. Seit Jahresanfang verzeichnet die Aktie damit einen Wertzuwachs von 19 Prozent. Ob der Aufwärtstrend anhält, hängt nun maßgeblich davon ab, wie reibungslos die weiteren Großprojekte zur CO2-Reduktion in Linz und Donawitz anlaufen.
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