Der österreichische Technologiekonzern Voestalpine verstärkt seine Aktivitäten auf dem nordamerikanischen Markt deutlich. Durch den Bau einer neuen Produktionsstätte in Thorold (Ontario) und den gleichzeitigen Abschluss einer langfristigen Liefervereinbarung mit der Bahngesellschaft Canadian National (CN) sichert sich das Unternehmen eine zentrale Position in der kanadischen Bahninfrastruktur.

Strategische Allianz mit Canadian National

Gestern gab Voestalpine bekannt, künftig Weichen- und Schienenkomponenten direkt in Kanada zu fertigen. Der Vertrag mit CN, der größten Güterbahngesellschaft des Landes, garantiert dem Konzern eine stabile Abnahmebasis für die kommenden Jahre.

Die vollständige Inbetriebnahme der neuen Anlage in Thorold ist für den Herbst 2027 geplant. Dieser Schritt unterstreicht die Wachstumsstrategie in der Sparte Railway Systems, die im Geschäftsjahr 2025/26 an weltweit 70 Standorten einen Umsatz von 2,2 Milliarden Euro erwirtschaftete.

Das Papier notierte gestern zum Handelsschluss bei 45,54 Euro und weist damit seit Jahresanfang ein Plus von 21 % auf. Trotz der jüngsten Expansion liegt der Kurs mit einem Abstand von 7,5 % noch unter seinem 52-Wochen-Hoch. Anleger blicken nun auf die Fachmesse InnoTrans in Berlin, wo das Unternehmen vom 22. bis 25. September digitale Technologien für die Bahninfrastruktur präsentieren wird.

Starke Bilanz und höhere Ausschüttung

Neben den operativen Fortschritten in Übersee festigte der Konzern seine finanzielle Basis. Wie am Freitag bestätigt wurde, stieg der Nettogewinn im Geschäftsjahr 2025/26 auf 424,7 Millionen Euro nach 153 Millionen Euro im Vorjahr. Der Gesamtumsatz erreichte im selben Zeitraum ein Niveau von 15,1 Milliarden Euro.

Die Profitabilität zog im abgelaufenen Turnus ebenfalls an: Die Marge verbesserte sich auf 2,8 %, was die Grundlage für eine deutlich höhere Gewinnbeteiligung der Anteilseigner bildete. Die Hauptversammlung beschloss am Freitag eine Erhöhung der Dividende für das Geschäftsjahr 2025 um ein Viertel.

Zusätzliche Impulse lieferte bereits am 18. August ein Großprojekt im Rahmen der „Rail Baltica“. Hier sicherte sich Voestalpine einen Rahmenvertrag für Hochgeschwindigkeitsweichen mit einem Volumen von über 470 Millionen Euro.

Analysten sehen Aerospace als Wachstumstreiber

Die Raiffeisen Bank International (RBI) nahm die Aktie gestern in ihre Auswahl der „Top Picks“ auf. Die Experten verwiesen dabei insbesondere auf das Aerospace-Geschäft, das als struktureller Ergebnistreiber für die künftige Entwicklung angesehen wird.

Bereits am 20. August attestierte Analyst Oliver Wojahn von MWB Research dem Unternehmen eine hohe betriebliche Resilienz. Er hob die strategische Bedeutung der Akquisition des Werks in Arnsberg hervor, die Voestalpine helfe, sich in einem anspruchsvollen Umfeld zu behaupten.

Während höhere Energiepreise und schwache Vorgaben einiger Wettbewerber den Sektor zeitweise belasteten, sorgten rückläufige Produktionsdaten aus China zuletzt für eine leichte Entlastung auf dem globalen Stahlmarkt.

Medienberichten zufolge stützten die Erwartungen eines sinkenden Angebotsdrucks die Stimmung für europäische Stahlwerte. Zudem wird erwartet, dass die Spezialisierung auf hochwertige Infrastrukturkomponenten den Konzern unabhängiger von den Schwankungen des klassischen Rohstahlmarktes macht.