Voestalpine Aktie: Mindestens 0,40 Euro Dividende geplant

Voestalpine präsentiert am 3. Juni den Jahresbericht 2025/26. Der Konzern treibt mit Green Bond und Wasserstoffprojekt die Dekarbonisierung voran.

Voestalpine Aktie
Kurz & knapp:
  • Jahresbericht 2025/26 am 3. Juni
  • Erster Green Bond der europäischen Stahlindustrie
  • Wasserstoffprojekt Hy4Smelt in Linz gestartet
  • EBITDA-Ziel von 1,4 bis 1,55 Milliarden Euro

Die Weltbank-Tochter IFC würdigt Voestalpine als Vorreiter der grünen Stahltransformation. Nur wenige Tage später, am 3. Juni, legt der österreichische Konzern seinen Jahresbericht 2025/26 vor. Das Timing ist kein Zufall — und die Latte liegt hoch.

Erster Green Bond der europäischen Stahlindustrie

Im Mittelpunkt des IFC-Interviews steht der 2024 emittierte Green Bond. Die Anleihe gilt als erste ihrer Art in der europäischen Stahlindustrie. Voestalpine platzierte 500 Millionen Euro mit fünf Jahren Laufzeit und 3,75 Prozent Kupon. Die Erlöse fließen in Nachhaltigkeitsprojekte, allen voran das Programm greentec steel. Moody’s prüfte das zugehörige Green Financing Framework und vergab ein Top-Rating.

greentec steel ist das Kernprojekt hinter der Anleihe. Ab 2027 wechselt Voestalpine teilweise von Hochöfen auf Lichtbogenöfen mit grünem Strom. Bis 2029 sollen die Emissionen um rund 30 Prozent sinken. Das Programm gilt als größtes Klimaschutzvorhaben in Österreich.

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Wasserstoff und regulatorischer Rückenwind

In Linz läuft parallel das Wasserstoffprojekt Hy4Smelt. Der Bau startete im September 2025. Die industrielle Demonstrationsanlage soll bis Ende 2027 in Betrieb gehen. Langfristig will der Konzern grünen Wasserstoff schrittweise in die Stahlproduktion integrieren — mit dem Ziel, bis 2050 CO₂-neutral zu produzieren.

Hinzu kommt regulatorischer Rückenwind. Der europäische Carbon Border Adjustment Mechanism (CBAM) trat am 1. Januar 2026 in Kraft. Er schützt heimische Produzenten vor Billigimporten, vor allem aus Asien. Neue Schutzmaßnahmen nach dem Auslaufen der Safeguard-Regeln Mitte 2026 sollen diesen Effekt verstärken. Das formale Inkrafttreten wird spätestens im Sommer 2026 erwartet.

Starke Neunmonatszahlen, ambitioniertes Jahresziel

Die ersten drei Quartale liefern eine solide Basis für den Jahresbericht. Der Umsatz sank leicht auf 11,1 Milliarden Euro. Das EBITDA stieg um 7,2 Prozent auf 1 Milliarde Euro, das EBIT kletterte um 20,9 Prozent auf 473 Millionen Euro. Der Gewinn vor Steuern legte um 46,5 Prozent zu. Der freie Cashflow erreichte 345 Millionen Euro.

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Die Nettofinanzverbindlichkeiten sanken um 27,4 Prozent auf 1,4 Milliarden Euro. Für das Gesamtjahr peilt das Management ein EBITDA zwischen 1,4 und 1,55 Milliarden Euro an — nach 1,3 Milliarden Euro im Vorjahr.

Dividende, Hauptversammlung und Kursmomentum

Mit dem Jahresbericht rückt auch das neue Ausschüttungsmodell in den Blick. Es sieht eine Basisdividende von mindestens 0,40 Euro je Aktie vor, sofern das Nettoergebnis das trägt. Der Nachweisstichtag liegt am 21. Juni, die Hauptversammlung folgt am 1. Juli. Ex-Dividenden-Tag ist der 9. Juli, die Zahlung erfolgt am 14. Juli.

Die Aktie schloss am Freitag bei 48,32 Euro — knapp 1,6 Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch von 49,10 Euro. Seit Jahresbeginn steht ein Plus von rund 25 Prozent. Der RSI liegt bei 75,1, der Abstand zum 200-Tage-Durchschnitt bei fast 27 Prozent. Das signalisiert starke Dynamik, aber auch eine kurzfristig überhitzte Lage. Am 3. Juni zeigt sich, ob die Jahreszahlen das Momentum stützen können.

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